Das Salzkorn
Förderpreis für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung der Evangelischen Kirche von Westfalen
So heißt seit dem Jahre 2003 der frühere Förderpreis Konziliarer Prozess. Worum geht es?
Der Konziliare Prozess
Die Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) und der katholische Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) veranstalteten Pfingsten 1989 gemeinsam die „Europäische Ökumenische Versammlung“ in Basel. Im Schlussdokument dieser Veranstaltung wurden insbesondere die Themen „Frieden“, „Gerechtigkeit“ und „Bewahrungen der Schöpfung“ behandelt. Da diese Themen sich aber gegenseitig bedingen und stützen, wurde als übergreifende Forderung die Führung eines ständigen Dialoges zwischen den Menschen aller Erdteile und insbesondere aller Religionen erhoben. Im Rahmen eines kontinuierlichen Prozesses – der in unserer Kirche den Namen „Konziliarer Prozess“ erhielt - sollte auch auf regionaler Ebene die Arbeit an diesen Fragen fortgesetzt werden um das Bewusstsein jedes Einzelnen bezüglich seiner Verantwortung für das Zusammenleben in der Welt zu entwickeln.
Vor diesem Hintergrund wurde im Bereich der Evangelischen Kirche von Westfalen eine zentrale Stelle eingerichtet, die diese Arbeit in den Kirchengemeinden und Kirchenkreisen koordinieren und begleiten sollte: die „Arbeitsstelle Konziliarer Prozess“. Zwischenzeitlich ist sie in die neu gegründete „Arbeitsstelle Mission, Ökumene, kirchliche Weltverantwortung“ – kurz: MÖWe - mit Sitz in Dortmund integriert worden.
Die Landessynode 1992 beschäftigte sich unter dem Titel „In einem Boot“ schwerpunktmäßig mit ökumenischen Fragen, unter anderen auch mit der Umsetzung der Anregungen von Basel im Bereich der Evangelischen Kirche von Westfalen. Die Synode bat die Kirchenleitung einen Preis auszuloben, mit dem die Arbeit von Initiativen im Zuge des Konziliaren Prozesses gefördert werden soll.
Der Förderpreises Konziliarer Prozess
Nach einer Phase, in der Verfahren und Kriterien für die Preisvergabe erarbeitet wurden, hat die Kirchenleitung 1994 erstmalig den „Förderpreis Konziliarer Prozess“ ausgeschrieben. Mit diesem Preis will die Kirchenleitung westfälische Initiativen etc. auszeichnen, deren Arbeit sich in kreativer, innovativer, beispielhafter, handlungsorientierter oder bewusstseinsbildender Weise den Fragen von Gerechtigkeit, Frieden und Schöpfungsbewahrung widmet. Es geht dabei nicht um eine finanzielle Förderung der Arbeit, wenngleich für die Preisträger insgesamt ein Preisgeld von 10.000,-- DM ( ab 2002 5.000,-- EUR) zur Verfügung steht. Der Kirchenleitung ist vielmehr daran gelegen, die Vielfalt insbesondere ehrenamtlichen Engagements in wichtigen gesellschaftspolitischen Themenfelder deutlich zu machen.
Das Salzkorn
Förderpreis für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung der Evangelischen Kirche von Westfalen.
Bei den Besuchen, die die Mitglieder der Jury bei den für den Preis vorgeschlagenen Gruppen und Initiativen in den letzten Jahren gemacht haben, wurde immer wieder deutlich, dass viele Menschen nicht mehr nachvollziehen können, wofür der „Konziliarer Prozess“ steht. Die Kirchenleitung beschloss daher die Umbenennung des Preises in „Das Salzkorn – Förderpreis für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung der Evangelischen Kirche von Westfalen“. Damit wird ein Begriff aufgenommen, der für jeden erkennbar symbolisiert, dass hier eine Gruppe oder Initiative ausgezeichnet worden ist, die dem kirchlichen und gesellschaftlichen Leben - nicht nur vor Ort – die richtige Würze gibt. Indem man(n) – und frau – sich einmischt; lokale, regionale oder weltweite Probleme aufgreift; Kontakte knüpft; Menschen einander näher bringt; gegenseitiges Verstehen ermöglicht; eben Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung fördert.
Verhältnis zu anderen Preisen
Im Jahre 2004 hat die Kirchenleitung einen weiteren Preis eingerichtet, den „Förderpreis Kreatives Ehrenamt in der Kirche“. Da auch im „Salzkorn“ die ehrenamtliche Arbeit ein wesentliches Kriterium ist, bestehen natürlich enge Verflechtungen. Viele Vorschläge könnten beide Preise erhalten. Dies hat die Kirchenleitung dazu bewogen, künftig die beiden Förderpreise im jährlichen Wechsel zu vergeben. Im Jahre 2005 wird DAS SALZKORN letztmalig an fünf Preisträger vergeben. Ab 2007 wird es dann analog zum „kreativen Ehrenamt“ nur noch drei Preisträger geben.
Der Förderpreis als solcher – gestern wie heute
Der Preis ist unterteilt in die fünf Bereiche
- Eine-/Dritte-Welt-Arbeit, wirtschaftliche Gerechtigkeit
- Menschen- und Bürgerrechtsarbeit
- Innergesellschaftliche soziale Fragen, Chancengleichheit von Frauen und Männern
- Friedens- und Versöhnungsarbeit
- Ökologie, Schöpfungsbewahrung, Lebensstil
Die Jury wird diese Aufteilung überprüfen und der Kirchenleitung ein Anpassung an die Zahl der künftig jährlich zu vergebenden 3 Preise vorschlagen.
Vorschläge einreichen kann jedermann zu jeder Zeit. Der Vorschlag sollte neben kurzen Angaben zur Arbeit der vorgeschlagenen Gruppen und Initiative etc. insbesondere Namen und Anschrift einer Kontaktperson enthalten. Er ist per Brief oder Telefax zu richten an
Das Landeskirchenamt
Theologischer Vizepräsident Albert Henz
Postfach 10 10 51
33510 Bielefeld
Telefax: 05 21 / 59 41 29
oder per E-Mail an: juergen.traphoener(at)lka.ekvw.de
Eine von der Kirchenleitung eingesetzte Jury hat die Aufgabe, aus den Vorschlägen eine Auswahl für die Preisvergabe vorzunehmen, die Entscheidung trifft die Kirchenleitung. Im Rahmen dieses Verfahren erfolgt durch einzelne Jurymitglieder ein Besuch bei den Vorgeschlagenen, um im persönlichen Gespräch die Arbeit detailliert kennen zu lernen. Die Preisvergabe erfolgt im Rahmen eines Gottesdienstes, anschließend haben die Ausgezeichneten bei einem Empfang die Möglichkeit ihre Arbeit vorzustellen.
Bei jährlich durchschnittlich 20 Vorschlägen und künftig nur drei Preisen alle zwei Jahre kann nicht jede Initiative oder Gruppe den Preis bekommen, vor Allem nicht gleich im ersten Jahr. In den folgenden Jahren bleiben Sie im Blick der Jury, die Mehrzahl der bisherigen Preisträgerinnen und Preisträger ist nicht im Jahr des Vorschlags, sondern erst in einem der darauf folgenden Jahre ausgezeichnet worden.
Ehrlicherweise muss aber auch gesagt werden, dass nicht alle vorgeschlagenen Gruppen, Initiativen, Vereine etc. die Kriterien erfüllen. Sie werden in den Auswahlverfahren der Folgejahre nicht weiter berücksichtigt. Auch wenn Vergleichbares gemacht wird: Die Besuche zeigen immer wieder, dass es große Unterschiede darin gibt, wie es gemacht wird.



