Samstag, 30. April

- Philipp Mutmann aus Dortmund (links) und Aldo Gavez aus Recklinghausen arbeiten als Freiwillige in Palermo. Foto: EkvW
Im Schulzentrum des Servizio Cristiano in Riesi: Acht in ihrem Privatleben katholische Lehrerinnen sind begeistert von ihrem evangelischen Schulträger. Unter schwierigsten Bedingungen gestalten sie beispielhaft Unterricht in Kindergarten und Grundschule. Integration und individuelle Förderung sind dabei vorrangige Ziele ihrer Arbeit. Schüler, mit denen die staatlichen Schulen überfordert sind, blühen auf und lassen Schulängste und Schlaflosigkeit hinter sich. Die Lehrerinnen schätzen die große Offenheit – katholische Schulen übten zu viel Druck aus und indoktrinierten sie, statt für den Glauben zu werben, so ihre Empfindung. Im Servizio Cristiano erlebten sie evangelische Freiheit, kulturelle Offenheit und Weite. Sie lernen mit den Kindern, gegenseitige Toleranz einzuüben.
Auch in Palermo haben zwei junge Männer aus Westfalen mit Kindern aus schwierigsten sozialen Verhältnissen zu tun. Seit September 2010 leisten sie ihr Freiwilliges Soziales Jahr am Diakonischen Zentrum La Noce der waldensischen Kirche ab. Wir spüren deutlich, wie ihnen die Kinder am Herzen liegen. Sie begleiten sie im Bus auf dem Weg zur Schule, sie decken den Tisch beim Mittagessen, sie wenden sich den Kindern zu, die auch mal ganz schön frech und lebhaft sind.
Direktor Francesco Sciotto ist der Überzeugung, dass institutionelle Lösungen nicht immer die besten sind: Bevor Kinder ins Heim kommen, findet der häusliche Erziehungsdienst oft unkomplizierte andere Lösungen: Blutjungen Müttern hilft man, die – staatlichen – sozialen Angebote wahrzunehmen, von denen sie bisher nichts wussten; Verwandte, die dann unterstützt werden, sind oft bereit, ein Kind aufzunehmen. Von all diesen Erfahrungen profitieren wiederum die beiden Volontäre Philipp Mutmann aus Dortmund und Aldo Gavez aus Recklinghausen.


