Montag, 25. April

- Professor Dr. Paolo Ricca erklärte der Delegation wie das Grundprinzip der römisch-katholischen Kirche aus dem antiken Imperium Romanum entwickelt wurde. Foto: EKvW
ROM. Professor Dr. Paolo Ricca erklärt uns in einem faszinierenden geschichtlichen Rückblick, wie das Grundprinzip der römisch-katholischen Kirche aus dem antiken Imperium Romanum entwickelt wurde.
Das römische Kaiserreich verkörperte die Idee der globalen Union, den Traum, die Welt zu vereinigen – mit einer eigentümlichen Verquickung von Härte und Nachgiebigkeit, Milde und Intoleranz, Macht und Fürsorge. Dazu brauchte es einen an der Spitze: den Kaiser. Er stand über dem Gesetz. Er war unfehlbar. Und er war sichtbar: sein Bild – allgegenwärtig. Daran knüpfte die katholische Kirche an. Sie christianisierte die römische Kaiser-Ideologie. Sie übertrug die heidnische Idee der globalen Einheit auf die Kirche. Hart und doch nachgiebig, mächtig und dabei fürsorglich. Und an der Spitze: Einer, der über Gesetz und Konzil steht. Unfehlbar. Und sichtbar. Der Papst. Sein Bild ist allgegenwärtig.
In der Kirche San Giovanni in Laterano verkündet eine Inschrift: „ecclesia Romana mater et caput omnium ecclesiarum“, die römische Kirche ist Mutter und Haupt aller Kirchen. Man kann nicht Rom als Mutter haben, wenn man es nicht als Haupt haben will, sagt Professor Ricca. Der 75-Jährige lehrte Kirchengeschichte und Praktische Theologie an der Waldenserfakultät in Rom.


