Freitag, 22. Oktober

Juan Schvindt, Generalsekretär der La-Plata-Kirche. Foto: EKvW

Die Protestanten – eine zersplitterte Minderheit? Die Evangelische Kirche am La Plata (IERP) ist eine von vielen kleinen evangelischen Kirchen in Lateinamerika. Über neunzig Prozent der argentinischen Bevölkerung sind (nach offiziellen Angaben) katholisch. Sollten sich da nicht die Lutheraner, Reformierten, Waldenser, Kongregationalisten, Anglikaner, Methodisten, Presbyterianer und eben die La-Plata-Kirche zusammentun, um als Minderheit wenigstens etwas mehr Gewicht zu bekommen?

Ja, findet Pfarrer Juan Schvindt. Die Zukunft des Protestantismus in Lateinamerika ist gemeinsam. „Wir werden eine unierte Kirche sein“, sagt Schvindt, der Generalsekretär der IERP. Aber der Weg dorthin ist noch weit.

Immerhin: Ein erster Schritt ist getan: Die 3.000 Mitglieder starke reformierte Kirche niederländischer Tradition hat sich gerade eben mit der IERP vereinigt. Schvindt hofft nun auf ein Zusammenschluss mit den 10.000 Lutheranern, die vor allem skandinavische Wurzeln haben.

Wichtig ist dabei, dass die eigene Tradition nicht abgeschnitten wird: Die Reformierten haben einen Autonomiestatus in der Kirche. Nur so, indem die jeweiligen Identitäten zunächst bewahrt werden, kann das Zusammenwachsen gelingen – nicht nur, „damit sie alle eins seien“ (Johannes 17,21).

Sondern auch: „Gemeinsam können wir Signale des Reiches Gottes in die Gesellschaft senden und ihr damit besser dienen. Dazu gehört das Eintreten für Gerechtigkeit, Solidarität und Hoffnung“, formuliert Juan Schvindt. Die Leuenberger Konkordie ist dafür die Grundlage, aber noch nicht das Dach. Das Dach muss noch gebaut werden, aber die Grundlage könnte nicht besser sein.

 
 
 
 
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