Donnerstag, 21. Oktober

- An dieser Stelle gelang der der ökologischen Bürgerinitiative, die Zufahrt zur Brücke über den Uruguay-Fluss und damit die Verbindung zur Papierfabrik Botnia von Argentinien aus für drei Jahre und acht Monate zu blockieren. Foto: EKvW
In Gualeguaychú am Uruguay-Fluss zeigt die globalisierte Wirtschaft ein besonders hässliches Gesicht. Am gegenüberliegenden Ufer, in Uruguay, betreibt der finnische Konzern Botnia eine Papierfabrik.
Die Folgen für die Umwelt sind beängstigend: tonnenweise Giftstoffe strömen Tag für Tag in die Luft und in das Wasser des Flusses. Der Wind weht das meiste nach Argentinien hinüber, nach Gualeguaychú. Fische sterben, der Ernährungskreislauf der Tiere im und am Wasser ist gestört, das ökologische Gleichgewicht einer grandiosen Flusslandschaft ist schwerstens bedroht.
Die Firma Botnia umgeht Umweltauflagen und Gesetze nach europäischem Standard, die hier entweder nicht existieren oder vernachlässigt werden. Mit dem Versprechen, Arbeitsplätze zu schaffen, hat der Staat Uruguay den Konzern ermöglicht, sich ins gemachte Nest zu setzen: Botnia bezahlt hier keine Steuern und bekommt obendrein die Energie kostenlos. Dabei ist es mit den neuen Arbeitsplätzen nicht weit her: Von insgesamt gut 200 Beschäftigten sind weniger als die Hälfte Einheimische, die anderen kommen als Fachkräfte überwiegend aus Finnland.
Eine Bürgerinitiative in Gualeguaychú kämpft seit sieben Jahren gegen die grenzüberschreitende Umweltzerstörung. Mit Aufklärung, großen Demonstrationen, Straßensperren, spektakulären Bootsfahrten auf dem Rio Uruguay. Die örtliche wolgadeutsche Gemeinde der Evangelischen Kirche am La Plata ist hier stark engagiert, nach anfänglichem Zögern auch die katholische Kirche. Bei den großen Demonstrationen mit bis zu 120.000 Teilnehmern werden ökumenische Gottesdienste gefeiert.







