Dienstag, 19. Oktober
Was ist aus der lateinamerikanischen Befreiungstheologie der siebziger Jahre geworden? Dr. René Krüger ist Dozent an der evangelischen kirchlichen Hochschule in Buenos Aires. Mit mildem Spott beschreibt er das Klischee, das ihm im Gespräch mit Europäern gelegentlich begegnet: Es ist das Bild vom Priester als Revolutionär.
Inzwischen hat sich die Befreiungstheologie längst weiterentwickelt und dabei aufgefächert: Sie fragt nach dem Verhältnis der Geschlechter, sie fragt nach Ökologie, sie nimmt die Rechte der indigenen Völker ebenso in den Blick wie globale Wirtschaftszusammenhänge. Dazu gehört die Verschuldung der Staaten und damit die Abhängigkeit der Armen von der Reichen.
Hier erwarten unsere südamerikanischen Partner von uns Parteinahme: Hohe Schulden führen zu einer immer schlechteren Versorgung bei den Grundbedürfnissen der Menschen: Nahrung, Wohnung, Bildung, medizinische Versorgung. Kann unser Wirtschafts- und Finanzsystem überhaupt einen Weg aus diesem Dilemma finden?
Gespräch mit Studierenden der kirchlichen Hochschule, die von acht kleinen evangelischen Kirchen gemeinsam getragen wird. So kommen die künftigen Pfarrerinnen und Pfarrer der La-Plata-Kirche in Kontakt mit Methodisten, Anglikanern, Waldensern und vielen anderen. Dieses Miteinander während der Ausbildung finden sie sehr bereichernd.
Wer im katholischen Argentinien evangelische Theologie studiert, muss seiner Umgebung meistens ganz elementar erklären, was das bedeutet. Was ist eine Pastorin? Die jungen Menschen, mit denen wir uns an der Hochschule unterhalten, tun das mit einem fröhlich-trotzigen Selbstbewusstsein.






