Reisetagebuch von Präses Alfred Buß

Freitag, 2. September

Eine junge Frau auf der Entbindungsstation des evangelischen Krankenhauses evangelische Krankenhauses Ndolage/Tansania. Foto: EKvW

Zum Abschluss unserer Zeit in Tansania gestern Gespräch mit dem stellvertretenden deutschen Botschafter Hans Koeppel in Dar-es-Salam. Er lässt sich sehr aufgeschlossen unsere Eindrücke schildern. Wir sprechen auch über die Probleme im Gesundheitswesen.

Auf dem Papier bietet Tansania seinen Bürgern eine vorbildliche Versorgung: Kinder und alte Menschen werden im Krankenhaus kostenlos behandelt, ebenso Schwangere und Aids-Patienten. Die Praxis sieht anders aus, denn dem Staat fehlt das Geld.

Unter dem Missverhältnis zwischen dem gesetzlichem Anspruch und der Realität des Mangels haben kirchliche Krankenhäuser wie in Ndolage zu leiden. Niemand wird abgewiesen, doch der Staat als Träger der Personalkosten kommt seinen Verpflichtungen nur unzureichend nach. Das Krankenhaus muss mit chronischen Finanzproblemen kämpfen.

Doch können wir unsere Maßstäbe für die Kooperation zwischen Staat und sozialen Einrichtungen hier anlegen? Tansania, 44 Millionen Einwohner, muss einen jährlichen Bevölkerungszuwachs von einer Million Menschen verkraften, darunter viele Flüchtlinge aus Nachbarstaaten, wo Krieg und Unruhen herrschen. Die reiche Europäische Union schottet sich vor den Migranten aus dem Süden ab – afrikanische Länder nehmen Millionen auf.

Fotostrecke "Ndolage" (3 Bilder)

 
 
 
 
Freitag, 2. September
 

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