Reisetagebuch von Präses Alfred Buß
Dienstag, 23. August

- Foto: EKvW
Flug von Entebbe (Uganda) nach Bukoba in Tansania. Wir fliegen mit der Mission Aviation Fellowship (MAF), einer Hilfsorganisation, die nicht kommerziell arbeitet, sondern hauptsächlich Menschen in Not aus schwer zugänglichen Gebieten fliegt.
Die einmotorige Maschine hat gerade Platz für unsere achtköpfige Gruppe. Da kommt es auf das Gewicht an. Nicht nur unser Gepäck wird gewogen, sondern auch die Passagiere. Also müssen wir nacheinander auf die Waage steigen – eine Prozedur mit Unterhaltungswert. Doch es ist beruhigend, dass man hier sorgfältig und genau arbeitet.
Endlich dürfen wir über das Rollfeld zum Flugzeug gehen, wo uns Samuel erwartet, der Pilot. Vor dem Start betet er mit uns.
Bukoba. Etwas außerhalb des Städtchens liegt die Lutheran Secondary School: 474 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen acht bis zehn leben in dieser Heimschule zusammen. Sie verbringen zehn Monate des Jahres hier, außer in den Sommerferien sind Fahrten in die oft weit entfernten Elternhäuser nicht möglich.
Wir begegnen an diesem Nachmittag dem Internatsleben, das sich im Freien abspielt: Auf der Wiese sitzt man in lockeren Gruppen zusammen, Wäsche flattert im Wind, es wird geplaudert, gelernt, einige machen ein Nickerchen.
Musikberieselung findet nicht statt, nirgendwo – außer im Computerraum – sieht man elektronische Geräte. Für die meisten Kinder ist das Leben hier wohl besser als zu Hause: Sie haben einen strukturierten Tagesablauf, der auch Freizeit einschließt, sie bekommen gut und regelmäßig zu essen, sie können sich auf das Lernen konzentrieren.
Der Erfolg dieser jungen Schule spricht für sich: Bescheiden, aber nicht ohne Stolz berichtet uns Schulleiter Fidelis Kabigiza, dass die Bukoba Lutheran Secondary School in diesem Jahr unter den „Top Ten“ der Sekundarschulen Tansanias den siebten Platz eingenommen hat.


