Aussiedlerarbeit der EKvW
Etwa die Hälfte der ausgesiedelten und spätausgesiedelten Menschen, die nach 1989 eingewandert sind, haben sich in den Bundeserstaufnahmeeinrichtungen zur Evangelischen Kirche bekannt. Sie stellen inzwischen etwa 10% unserer Mitglieder.
Es ist davon auszugehen, dass etwa 30% der Küster und Hausmeister, knapp 15 % unserer Kirchenmusiker, ein enormer Anteil an Personal in den Krankenhäusern und Alteneinrichtungen und Kindertagesstätten sowie in anderen kirchlichen Arbeitsfeldern Ausgesiedelte sind. Überdies arbeiten Ausgesiedelte auch ehrenamtlich in vielen Bereichen von Kirche und Diakonie mit.
Besondere Voraussetzungen
Zum einen sind Menschen mit einer geprägten und unter viel Leiden bewährten Frömmigkeit zu uns gekommen, die sich vielfach in eigenen Gruppen in – und manchmal auch neben - unserer Kirche organisieren. Zum anderen sind es Menschen, die nach 70 Jahren Atheismus fragen, was das bedeutet, dass sie evangelisch sind und unsere Gemeinden herausfordern, sie im Glauben zu unterweisen und mit ihnen über den Glauben ins Gespräch zu kommen.
Den Satz des Paulus aus Galater 3 „Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus“ verstehen wir in der Aussiedlerarbeit als starken Impuls zu partnerschaftlichem, gleichberechtigtem und wertschätzendem Umgang mit den ausgesiedelten Gemeindegliedern. Es geht darum, ihnen Raum zu geben, ihre vielfältigen Begabungen gewinnbringend für alle einzubringen.
Sprachlosigkeit überwinden
Aber nicht an allen Orten ist man auf diese Gemeindemitglieder zugegangen. Das hat verschiedene Gründe. Die Aussiedlerarbeit der EKvW will helfen, eventuelle Sprachlosigkeit zu überwinden. Dabei setzt sie auf ‚Begegnungen auf Augenhöhe’, Vermittlung von interkultureller Kompetenz und partnerschaftlicher, gerechter Teilhabe aller an unserer Kirche.
Aussiedlerarbeit geschieht als vernetztes Handeln zwischen den diakonischen Diensten in Migrationsberatungsstellen und Jugendmigrationsdiensten, der Bildungsarbeit und der seelsorgerlichen Dienste unserer Kirche.
"Das Russlands-Deutsche Haus"
Insbesondere die Wander-Ausstellung "Das Russlands-Deutsche Haus" trägt seit 2002 als Aktivierungsmethode dazu bei, Hiesige und Zugewanderte miteinander ins Gespräch zu bringen und gibt vielfältige Möglichkeiten gemeinsamen Handelns.
Kirchenkreise, Kirchengemeinden und Intitiativkreise können Vorträge, Workshops, Aktionstage oder Aktionswochen bei der Aussiedlerarbeit der EKvW buchen. Sie stellt dafür personelle und fachliche Ressourcen zur Verfügung. Sie stellt außerdem – zum Teil zweisprachiges - Materialien für die Gemeindearbeit mit Ausgesiedelten zur Verfügung.




