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Amerikanischer Theologe übt scharfe Kritik an seinem Präsidenten

»Trump weckt die niedrigsten Instinkte«

Das Motto »Amerika zuerst« von Präsident Donald Trump steht für einen gefährlicher Rückzug aus der Weltgemeinschaft: »Es wirbt für einen engstirnigen Nationalismus, der in der Vergangenheit schon zu so vielen Konflikten geführt hat und der eine beständige Bedrohung bleibt.«

Pfarrer John Krueger (Indianapolis) von der United Church of Christ (UCC) sparte nicht mit Kritik an seinem Präsidenten. Auf einer Tagung der Evangelischen Kirche von Westfalen in Schwerte-Villigst am Samstag (9.9.) sprach er von der durch Trump erzeugten Stimmung, in der die niedrigsten menschlichen Instinkte freigesetzt und Rechtsextreme ermutigt würden.

Besonders bitter: »Viele konservative Christen unterstützten bereitwillig eine Kandidatur, die im Gegensatz zu einigen ihrer am meisten geschätzten Werte stand.« Die UCC kämpft gegen Trumps Einwanderungspolitik und gegen eine oft fremdenfeindliche Stimmung in den USA. Ihre neuen und wachsenden Gemeinden bestehen häufig aus Immigranten. »Das ist wichtig für uns, da wir als Einwandererkirche begonnen haben«, berichtete Krueger. In der UCC werden Gottesdienste in 26 verschiedenen Sprachen gefeiert. »Egal, wer du bist und wo du dich auf deinem Lebensweg befindest – hier bist du willkommen«, heißt das Prinzip dieser Kirche.

Die vorgesehenen Kürzungen der Trump-Regierung im Ernährungs-, Gesundheits- und Bildungssektor würden besonders zu Lasten von Kindern gehen, sagte Krueger. »Wir haben zu viele Familien mit Alleinerziehenden. Zu viele Kinder leben in Familien mit Einkommen unter der Armutsgrenze.« In Zusammenarbeit mit Schulen und anderen Institutionen bietet die UCC Essen, Nachhilfe und Pflegepersonal für Bedürftige an.

Auch gegen die Umweltpolitik seiner Regierung wandte sich Krueger: Die Entscheidung, aus dem Pariser Klimaabkommen auszusteigen, sei »eine große, aber nicht überraschende Enttäuschung. Wir ignorieren die Zeichen einer sich erhitzenden, verschmutzten Welt auf eigene Gefahr«, sagte der Referent und verwies auf die Verantwortung gegenüber den folgenden Generationen.

Die Aufgabe der Kirche sieht Krueger darin, »den Leuten eine Stimme zu geben, die nicht im Raum sind, die über kein politisches Prestige und keine politische Macht verfügen.« Christen seien immer anfällig dafür, von gesellschaftlichen Trends verführt zu werden. »Wir haben uns, im Großen und im Kleinen, an die dominante Kultur um uns herum angepasst«, sagte der Referent selbstkritisch.« Er rief dazu auf, immer wieder neue Fragen zu stellen: »Die theologischen Fragezeichen sind der Lebenssaft der Kirche.«

Die United Church of Christ (Vereinigte Kirche Christi) hat rund eine Million Mitglieder und ist aus dem Zusammenschluss mehrerer Einwandererkirchen entstanden, teils mit deutschen Wurzeln. Die Kirchenbezirke Indiana/Kentucky und Ohio sind mit der Evangelischen Kirche von Westfalen in Gemeinschaft verbunden. Ihrer Pflege dient das jährlich stattfindende UCC-Forum, an dem jetzt rund 60 Personen teilnahmen, darunter fünf amerikanische Gäste. (Pressemitteilung 73/2017)

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