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Wanderausstellung über Ludwig Steil zu Gast in Dortmund

Pfarrer der Bekennenden Kirche

Ludwig Steil ist der einzige Märtyrer der Evangelischen Kirche von Westfalen im Nationalsozialismus. Eine Wanderausstellung, die an sein Leben und Wirken erinnert, gastiert vom 20. September bis zum 31. Oktober in der Melanchthon-Kirche in Dortmund.

Der Theologe war seit 1929 Gemeindepfarrer in der Evangelischen Kirchengemeinde Holsterhausen (Wanne-Eickel). Gegenüber den ›Deutschen Christen‹, die dem Nationalsozialismus nahe standen, trat Steil als entschiedener Gegner auf. Mit Predigten und Vorträgen versuchte er gegen die Lehre der ›Deutschen Christen‹ zu argumentieren und spendete als Seelsorger Trost und Zuversicht in unruhiger Zeit. Gemeinsam mit seinem Bochumer Kollegen Dr. Hans Ehrenberg formulierte Steil 1933 deshalb das ›Wort und Bekenntnis westfälischer Pastoren zur Stunde der Kirche und des Volkes‹. Es wurde - von über 100 Pfarrern unterschrieben - ein zentrales Dokument der Bekennenden Kirche im Kirchenkampf. Schon seit 1933 stand Steil wegen seiner kritischen Äußerungen zum nationalsozialistischen Regime unter Beobachtung der Gestapo. Regelmäßig wurde er von ›Deutschen Christen‹ und NS-Vertretern angegriffen oder denunziert. Im September 1944 wurde Steil schließlich verhaftet, in Dortmund und Herne interniert und im Dezember des gleichen Jahres in das Konzentrationslager Dachau deportiert. Durch Transport und Haftbedingungen schwer erkrankt verstarb Steil am 17. Januar 1945.

Die Wanderausstellung ist ein gemeinsames Projekt des Lehrstuhls für Kirchengeschichte der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Landeskirchlichen Archivs der Evangelischen Kirche von Westfalen.

Eröffnet wird die Ausstellung mit einem ökumenischen Abend am Mittwoch, 20. September 2017 um 19 Uhr in der Melanchthon-Kirche. Der Chor des Ludwig-Steil-Hauses im Defdahl begleitet den Abend musikalisch. Eine Einführung in das Leben von Ludwig Steil gibt Prof. Hans-Martin Lübking.

Die Ausstellung ist während der Bürozeiten des Melanchthon-Gemeindebüros (Melanchthon-Str. 6; Mo, Do, Fr 9-12 Uhr und Mi 15-18 Uhr) und auf Anfrage geöffnet.

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