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Pfarrer gegen Imame: Zwölftes Fußballturnier der Religionen in Dortmund

Anstoß zum Dialog

Fröhliches Miteinander, sportlicher Wettstreit und Fairplay – egal, zu welcher Religion man gehört. Das ist das Ziel des interreligiösen Fußballturniers, das in diesem Jahr bereits zum zwölften Mal statt findet.  In Zentrum steht auch diesmal ein Spiel evangelischer Pfarrer gegen muslimische Imame - mit einem jüdischen Schiedsrichter.

Die Spiele starten am 17. September im Dortmunder Hoesch-Park um 14 Uhr mit einem Jugend- und einem Herrenturnier. Im Rahmenprogramm gibt es Spiel- und Aktionsstände, Musik und Tanz. Um 15.30 Uhr wird das Turnier offiziell mit den leitenden Geistlichen eröffnet. Anpfiff für das  Hauptspiel »Pfarrer gegen Imame« ist um 16 Uhr. Das Spiel wird live kommentiert von Sportkommentator Johannes Hoppe (Radio 91.2).

Bürgermeisterin Birgit Jörder vertritt an dem Tag den Schirmherrn des Turniers, Oberbürgermeister Ullrich Sierau. Sie hebt die Bedeutung der Veranstaltung, gerade in der aktuellen, politisch eher angespannten Situation hervor. Ein solcher ›Anstoß zum Dialog‹ sei nicht überall selbstverständlich. Umso begrüßenswerter sei es, dass Dortmund jetzt schon zum zwölften Mal ein solch außergewöhnliches Event präsentieren könne. Vor vier Jahre hatte das Projekt ›Fußballspiel der Religionen‹ unter anderem den Integrationspreis des Deutschen Fußball-Bundes erhalten.

Respekt, Akzeptanz und Abbau von Vorurteilen

»Es geht um gegenseitigen Respekt, Akzeptanz und den Abbau von Vorurteilen zwischen den Religionen« meint Ogün Arpaci von den DITIB - Moscheevereinen. Pfarrer Friedrich Stiller, Leiter des Referats für Gesellschaftliche Verantwortung im Evangelischen Kirchenkreis Dortmund und Initiator des interreliösen Sportereignisses, berichtet:  »In diesem Jahr haben wir im Trägerkreis zudem mit einer gemeinsamen Erklärung Stellung zu aktuellen Störungen im Dialog bezogen.« Evangelische Kirche, DITIB-Moscheen und Jüdische Gemeinde sind die Veranstalter des Turniers. Pfarrer Ralf Greth, auch auf und neben dem Platz für die Evangelische Kirche aktiv, ergänzt: »Die Mannschaften der Pfarrer und der Imame haben diese Erklärung ebenfalls unterzeichnet«.

Obligatorisch ist auch die Verlesung der »Dortmunder Selbstverpflichtung« durch leitende Geistliche aller drei beteiligten Religionen. So wird noch einmal explizit der Charakter des Turniers als interreligiöses Festes herausgestellt.

Begegnungen schaffen

Denn »Toleranz und gegenseitigen Respekt durch Begegnungen schaffen – dieses Ziel verfolgt das Fußballturnier auch im 12. Jahr unverändert«, weiß auch Alexander Krimhand von der Jüdischen Kultusgemeinde. Nur das Beiprogramm hat sich weiterentwickelt. Das Fußballturnier ist zu einem richtigen Familienfest mit Sport- und Kreativangeboten sowie Speisen und Getränken aus verschiedenen Kulturen geworden.
»Man kann sich entspannt hinsetzen und miteinander ins Gespräch kommen«, sagen die Religionsvertreter übereinstimmend. »Wie intensiv dieser Dialog ist, das kann dann jeder für sich selbst bestimmen.«

Möglich wurde das diesjährige Turnier nicht zuletzt durch einen nennenswerten Zuschuss des Projektes »Weißt Du, wer ich bin«, dass die Kirchen, der DITIB Verband und der Zentralrat der Juden gemeinsam tragen. Es wird gefördert mit Mitteln des Bundesinnenministeriums aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

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