27.05.11, Kategorie: Aktuelle Nachrichten, Landeskirche, Pressemitteilungen, Synode 2011

Zwei Frauen stellen sich zur Wahl

Annette Kurschus und Angelika Weigt-Blätgen kandidieren für das Präses-Amt der westfälischen Landeskirche

Annette Kurschus, Superintendentin des Kirchenkreises Siegen. Foto: EKvW

Annette Kurschus, Superintendentin des Kirchenkreises Siegen. Foto: EKvW

Annette Kurschus, Superintendentin des Kirchenkreises Siegen. Foto: EKvW

Angelika Weigt-Blätgen, leitende Pfarrerin der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen e.V. Foto: EKvW

WESTFALEN - Zwei Frauen kandidieren für das Präses-Amt der Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW): Superintendentin Annette Kurschus (48) aus Siegen und Angelika Weigt-Blätgen (55), leitende Pfarrerin der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen e.V. (Soest). Am Freitag (27.5.) haben sie sich in Dortmund der Presse vorgestellt. Im November wählt die Landessynode als höchstes Leitungsgremium der EKvW die Nachfolge von Präses Alfred Buß. Der leitende Theologe wird nach achtjähriger Amtszeit zum 1. März 2012 in den Ruhestand treten.

Annette Kurschus

Theologische Konzentration, wache Zeitgenossenschaft und ökumenische Weite

Auch in Zukunft werde die Kirche „Strahlkraft behalten, liebenswert und wegweisend sein. Das ist uns von Gott verheißen – und im Vertrauen auf diese Verheißung lebe und arbeite ich in der Kirche“, bekannte Annette Kurschus. Auf das Wort, aus dem die Kirche lebt und das sie weitergibt, könne die Gesellschaft nicht verzichten. Die Superintendentin zitierte das Barmer Bekenntnis der Bekennenden Kirche von 1934: „Die Botschaft von der freien  Gnade Gottes ausrichten an alles Volk“ ist demnach Auftrag der Kirche. Annette Kurschus: „Mit Leidenschaft habe ich diesen Auftrag zwölf Jahre lang als Pastorin zusammen mit der Kirchengemeinde vor Ort wahrgenommen; demselben Auftrag stelle ich mich seit sechs Jahren unter anderen Herausforderungen als Superintendentin in der Gemeinschaft eines großen Kirchenkreises; gern würde ich den Auftrag auch auf landeskirchlicher Ebene mit all ihrer Vielfalt in verantwortlicher Position mit Leben füllen. Und zwar in theologischer Konzentration, wacher Zeitgenossenschaft und ökumenischer Weite.“

Angelika Weigt-Blätgen

Die Kreise nicht enger, sondern weiter ziehen

Angelika Weigt-Blätgen steht „für eine Kirche, die sich einbringt in den Diskurs um alle ethischen, sozialpolitischen, umweltpolitischen Themen unserer Zeit.“ Die biblische Verheißung, „dass Gott das Leben gegen den Tod, gegen Gewalt und Machtmissbrauch und Menschenverachtung durchgesetzt hat“, ist für sie Grundlage und Ausgangspunkt, Kirche zu gestalten. Das bedeute konkret: „Gemeinden, Christinnen und Christen, bringen sich in ihrem Gemeinwesen, im Quartier ein, engagieren sich zivilgesellschaftlich, arbeiten ehrenamtlich, suchen neue Kooperationsmodelle – ökumenische, interreligiöse, interkulturelle. Die Kreise nicht enger, sondern weiter zu ziehen, dazu möchte ich Mut machen.“ Angelika Weigt-Blätgen betonte außerdem die enge Verbundenheit von Diakonie und Kirche, „wie wir sie in Westfalen kennen“: Diese Verbundenheit sei weiter zu pflegen und zu entwickeln. Sie unterstrich auch die Verantwortung der großen westfälischen Landeskirche dafür, dass die Evangelische Kirche in Deutschland und die ökumenischen Beziehungen zukunftsfest gemacht werden. „Wir sind gemäß unserem christlichen Auftrag die älteste und größte Globalisierungsbewegung.“


 
 
 
 
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