09.09.11, Kategorie: Aktuelle Nachrichten, Landeskirche, Pressemitteilungen

„Wer den Frieden will, muss den Frieden vorbereiten“

Evangelische Kirche von Westfalen: Erklärung zum 11. September

Eine Arbeit von Schülerinnen und Schülern des Friedrich-Bährens-Gymnasiums, Schwerte. Foto: PI

Eine Arbeit von Schülerinnen und Schülern des Friedrich-Bährens-Gymnasiums, Schwerte. Foto: PI

WESTFALEN - Terroristische Gewalt lässt sich nicht wirksam mit neuer Gewalt begegnen. Das erklären die Verantwortlichen der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) zum zehnten Jahrestag der Terrorangriffe vom 11. September 2001. Gewalt erzeuge immer Gegengewalt, unterstreichen Annette Muhr-Nelson, landeskirchliche Friedensbeauftragte, und Uwe Trittmann, Referent im Institut für Kirche und Gesellschaft der EKvW, in einer Stellungnahme.

„Wer den Frieden will, muss den Frieden vorbereiten“, heißt es in dem Text. Nur eine auf menschlicher Sicherheit und einer gerechten menschlichen Entwicklung gründende globale Sicherheits- und Friedenspolitik könne den immensen Herausforderungen und Bedürfnissen der Weltgesellschaft im 21. Jahrhundert gerecht werden.

Mit einer Strategie der entgrenzten militärischen Intervention lasse sich das Problem des Terrorismus nicht lösen. Die völkerrechtlich umstrittene Tötung Osama Bin Ladens bedeute keine Wiederherstellung der vermeintlichen Ordnung, erklären Muhr-Nelson und Trittmann. Das seit dem 11. September 2001 gewachsene Sicherheitsbedürfnis rechtfertige keine Beugung der Rechts- und Wertmaßstäbe. Insbesondere militärische Sicherheitsmaßnahmen im Interesse eines Landes dürften nicht an die Stelle kooperativer Bemühungen für den Frieden treten.

Terroranschläge wie die vom 11. September 2001 hätten in der Regel keine religiösen, sondern machtpolitische Ursachen. Es sei dringend geboten, die friedensfördernden Kräfte der Religionen zu stärken: „Als Kirche müssen wir mit aller Kraft für Frieden zwischen den Kulturen eintreten und zur Überwindung von Gewalt beitragen. Einen Frieden zwischen den Nationen wird es ohne einen Frieden zwischen den Religionen nicht geben.“


 
 
 
 
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