Verantwortung für Gottes Schöpfung übernehmen
Präses Alfred Buß zum Erntedank – Gemeinsame Feier mit dem Landwirtschaftsverband
WESTFALEN/BAD SASSENDORF - Zum Erntedankfest am Sonntag (2.10.) hat der westfälische Präses Alfred Buß vor menschlicher Überheblichkeit gewarnt. Zu Katastrophen wie in Fukushima komme es, „weil die Zivilisation so tut, als gäbe es die Unwägbarkeiten der Schöpfung nicht und auch nicht den fehlbaren Menschen“ – hier durch den Bau eines Atomkraftwerkes in einem Erdbebengebiet. In einem Gottesdienst in Bad Sassendorf-Neuengeseke sagte der leitende Theologe der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW): „Wir versuchen immer wieder, die Natur unseren Plänen zu unterwerfen.“ Die Folgen seien katastrophal.
Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband und die EKvW hatten zu einer gemeinsamen Erntedankfeier eingeladen. Gott loben und ihm danken sei der Ursprung für die Verantwortung der Schöpfung gegenüber, sagte Präses Buß: „Wir können nicht über Gottes Segen verfügen, aber wir können wachsam und achtsam sein, dass die Früchte seines Segens allen zugute kommen.“ Im großen Stil seien die reichen Länder nach wie vor an der Zerstörung der Umwelt beteiligt: „Wir haben die Erdatmosphäre zur Müllhalde unserer Emissionen gemacht.“ Der Klimawandel als Folge davon wirke sich bei den Armen der Erde schon heute aus.
Mit Blick auf den zunehmenden Anbau von Energiepflanzen erklärte Buß, auf den Äckern der Ärmsten dürfe nicht der Sprit der Reichen wachsen. Monokulturen zur Energiegewinnung hätten vielfach die Kleinbauern verdrängt.



