„Sparsamkeit ist eine gute Einnahmequelle“
Vizepräsident Klaus Winterhoff legt Haushaltplan 2012 vor / Kirche bleibt auf Sparkurs

Sparfuchs: Klaus Winterhoff, Juristischer Vizepräsident der Evangelischen Kirche von Westfalen. Foto: EKvW
BIELEFELD/WESTFALEN - Der demografische Wandel, die wirtschaftliche Entwicklung und die Versorgungslasten für Pfarrer und Kirchenbeamte stellen die Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW) auch in Zukunft vor große finanzielle Herausforderungen. Zwar wird das erwartete Kirchensteueraufkommen von 403,1 Millionen Euro für das laufende Haushaltsjahr vermutlich um etwa 37 Millionen Euro übertroffen, doch von einer dauerhaften Entspannung der Finanzlage ist keine Spur. In seiner Haushaltsrede vor der Synode mahnte Vizepräsident Klaus Winterhoff am Dienstagmorgen (15.11.), den von der Landeskirche eingeschlagenen Sparkurs auch in den kommenden Jahren konsequent fortzusetzen.
Denn die Anfang des Jahres veröffentlichte Mitgliederstatistik der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) bestätige die bisherigen Prognosen, denen zufolge die Zahl der evangelischen Gemeindemitglieder bis zum Jahr 2040 um 34 Prozent reduziert wird: Es bleibt also dabei: „Sinkt die Gemeindegliederzahl um ein Drittel, dürfte sich die reale Finanzkraft der Kirche halbieren.“ Von daher ist die aktuelle Kirchensteuerentwicklung für Winterhoff nur eine „Atempause“, eine durchaus positive „stabile Seitwärtsbewegung“. Sie könne den Kirchensteuerausfall aufgrund der sinkenden Gemeindegliederzahl ein Stück weit ausgleichen. Sein Motto mit Blick auf die Zukunft stammt von dem römischen Staatsmann Cicero: „Sparsamkeit ist eine gute Einnahmequelle.“
Die Mehreinnahmen des laufenden Jahres fließen im Wesentlichen in vier Bereiche: die außerplanmäßige Zuführung zur Versorgungskasse; die frühzeitige Rückstellung der finanziellen Beiträge für das EKD-weite Reformationsjubiläum Wittenberg 2017 und einen möglichen Kirchentag 2019 in Dortmund; sowie die allgemeine Kirchensteuerverteilung.
Für 2012 erwartet die westfälische Landeskirche 420 Millionen Euro an Kirchensteuereinnahmen. Davon vorweg abgezogen wird die Zuweisung für den EKD-Finanzausgleich zugunsten der ost- und mitteldeutschen Kirchen (12 Millionen Euro). Von den verbleibenden 408 Millionen Euro erhalten die 31 Kirchenkreise gut 249,2 Millionen Euro. Darin enthalten ist auch die Pfarrbesoldungspauschale, die mit knapp 100,5 Millionen Euro zu Buche schlägt.
Die Verabschiedung des Haushaltsplan ist für Donnerstagabend (17.11.) geplant.
- Die vollständige Haushaltsrede (pdf)
- Finanzfakten 2012 (pdf)


