11.11.11, Kategorie: Aktuelle Nachrichten, Landeskirche, Pressemitteilungen, Synode 2011

Präses-Wahl am 16. November

Synode entscheidet über die Nachfolge von Alfred Buß – „Kirchenparlament“ tagt erstmals klimafreundlich

Blickte im Rahmen der Pressekonferenz auf seine achtjährige Amtszeit zurück, die Ende Februar des kommenden Jahres endet: Präses Alfred Buß. Foto: EKvW

Blickte im Rahmen der Pressekonferenz auf seine achtjährige Amtszeit zurück, die Ende Februar des kommenden Jahres endet: Präses Alfred Buß. Foto: EKvW

WESTFALEN/BIELEFELD - In der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) steht zum 1. März 2012 ein Wechsel an der Spitze bevor: Präses Alfred Buß wird nach achtjähriger Amtszeit in den Ruhestand gehen. Am Mittwoch, 16. November, entscheidet die Landessynode als höchstes Leitungsgremium der EKvW über seine Nachfolge. Zur Wahl stellen sich Superintendentin Annette Kurschus aus Siegen (48) und Angelika Weigt-Blätgen (56), die leitende Pfarrerin der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen.

Der Nominierungsausschuss der Landessynode hat die beiden Kandidatinnen zur Wahl vorgeschlagen. Präses Alfred Buß unterstrich am Freitag (11.11.) das evangelische Grundprinzip, dass sich die Kirche von den Gemeinden her aufbaut. So sei es selbstverständlich, dass die Landessynode, in der die Gemeinden vertreten sind, per Wahl über die Besetzung des Präses-Amtes entscheidet. Nach der Kirchenordnung hat der oder die Präses „das Hirtenamt an den Gemeinden“ inne. Dazu gehört der „Dienst der Verkündigung und der Seelsorge“. Der Verantwortungsbereich umfasst außerdem die Leitung der Landessynode, der Kirchenleitung und des Landeskirchenamtes.

Alfred Buß: Grundsätzliches zum Protestantismus

In seinem Bericht wird Präses Alfred Buß grundsätzlich über das Selbstverständnis der evangelischen Kirche sprechen – auch mit Blick auf das ökumenische Miteinander mit dem Katholizismus. Er wird außerdem auf das Grundthema der Gerechtigkeit eingehen und auffächern, was es für das Handeln der westfälischen Kirche bedeutet.

Energieverbrauch: Vermeiden – Reduzieren – Kompensieren

Nach dem Prinzip „Vermeiden – Reduzieren – Kompensieren“ wird die 4. Tagung der 16. Westfälischen Landessynode vom 14. bis 18. November erstmals klimafreundlich organisiert. Das bedeutet: In den Bereichen Heizung und Strom, An- und Abreise, Verpflegung und Papier verfolgt die Landeskirche das Ziel, möglichst wenig klimaschädliches Kohlendioxid zu verursachen.

Ausgangspunkt ist dabei die Energiebilanz der Synode 2010, die insgesamt für einen CO2-Ausstoß von etwa 31 Tonnen sorgte. Das soll ab jetzt deutlich reduziert werden. Weil jedoch auch bei aktivem Klimaschutz immer noch eine unvermeidliche Restmenge bleibt, wird es einen Ausgleich über die Klima-Kollekte geben. Das ist ein kirchlicher Fonds, der CO2-Emissionen durch Klimaschutzprojekte kirchlicher Organisationen in Entwicklungsländern und in Osteuropa ausgleicht. Der Theologische Vizepräsident Albert Henz betonte, dass dabei strenge Maßstäbe gelten: „Die Auswahl und Umsetzung der Projekte geschieht nach dem sogenannten Gold-Standard, den Umwelt- und Entwicklungsexperten entwickelt haben.“

Personalentwicklung, Jahr der Taufe, Haushalt

Der Synode liegt auch ein Personalentwicklungskonzept vor, das ein Zukunftsszenario bis ins Jahr 2030 enthält. In erster Linie durch den demografischen Wandel wird die Mitgliederzahl der EKvW nach heutiger Erkenntnis bis dahin von 2,5 auf 1,9 Millionen zurückgehen. Die Synode wird darüber beraten, welche Konsequenzen heute daraus zu ziehen sind. Sie blickt außerdem auf das zu Ende gehende Jahr der Taufe 2011 zurück, in dem die Taufe unter dem Motto „Gottesgeschenk“ besonders im Mittelpunkt stand. Ein Ausblick auf das Schwerpunktthema 2012, „Familien in der Welt von heute“, steht ebenfalls auf der Tagesordnung.

Die Synode hat außerdem den Haushaltsplan für 2012 zu beschließen, der von einem Kirchensteueraufkommen von 420 Millionen Euro ausgeht.


 
 
 
 
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