16.05.11, Kategorie: Aktuelle Nachrichten, Landeskirche, Pressemitteilungen

Nicht nachlassen, aber auch keine Illusionen machen

Evangelisch-katholisches Miteinander: Präses Buß wirbt für Geduld und Nüchternheit

Präses Alfred Buß sprach in Iserlohn vor 75 Pfarrerinnen und Pfarrern. Foto: EKvW

Präses Alfred Buß sprach in Iserlohn vor 75 Pfarrerinnen und Pfarrern. Foto: EKvW

ISERLOHN/WESTFALEN - Der westfälische Präses Alfred Buß hat dazu aufgerufen, das evangelisch-katholische Miteinander an der Basis der Gemeinden geduldig zu fördern. „Nicht nachlassen, aber auch keine Illusionen machen“ – so beschrieb der leitende Theologe der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) am Montag (16.5.) in Iserlohn das realistische Ziel der ökumenischen Zusammenarbeit.

Hoffnungen, die katholische Kirche würde einem gemeinsamen Abendmahl mit evangelischen Christen in absehbarer Zeit zustimmen, trat Präses Buß entgegen. Er sprach vor den 75 Pfarrerinnen und Pfarrern des Evangelischen Kirchenkreises Iserlohn, den er einen Tag lang besuchte.

Das unterschiedliche Amtsverständnis der Kirchen steht einer Einheit im Weg. Nach katholischer Auffassung ist das geweihte Bischofsamt für die Kirche unverzichtbar. Auch die evangelische Kirche kennt das Predigtamt, für das sie Pfarrerinnen und Pfarrer ordiniert. Doch dieses Amt leitet sich nicht aus einer höheren Weihe ab, sondern erhält seinen Sinn aus der Aufgabe, die es erfüllt.

In der nachbarschaftlichen Zusammenarbeit zwischen evangelischen und katholischen Kirchengemeinden spielen diese Unterschiede kaum eine Rolle. Hier gestalte sich das Miteinander vielerorts ganz unkompliziert, bestätigte Superintendentin Martina Espelöer: „Über Ökumene zu sprechen ist schwierig – Ökumene zu praktizieren ist einfach.“

Auch der katholische Dechant Jürgen Senkbeil vertrat die Überzeugung: „Wir brauchen eine Kirche, die keine Angst davor hat, dass Menschen gelernt haben zu hinterfragen und jetzt auch damit beginnen, die Kirche und ihre überkommenen Antworten in Frage zu stellen.“ Die Kirche müsse auf die Anfragen der Menschen reagieren und sich neu orientieren. Sie dürfe sich nicht an liebgewordenen Gewohnheiten ausrichten, sondern an Jesus Christus.


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