Matthias Surall, Studierendenpfarrer in Paderborn. Foto: ESG Paderborn

Ich bin gerne Mitglied der Evangelischen Kirche von Westfalen, weil junge Erwachsene sie in ihren Studierendengemeinden so erleben können: als Anlaufstelle, Experimentierfeld und Ankerplatz unter protestantischer Flagge und mit ökumenisch-internationalem Horizont für die spirituelle Sehnsucht nach mehr und anderem als dem, was sich immer nur rechnen und auszahlen muss.

Matthias Surall, Pfarrer der Evangelischen Studierendengemeinde Paderborn

04.12.09, Kategorie: Aktuelle Nachrichten, Pressemitteilungen

Klimakonferenz in Kopenhagen: Kirchen zeigen Flagge

Präses Alfred Buß: Ohne globale Gerechtigkeit gibt es keinen Klimaschutz

Der Co2-Ausstoß soll bis 2020 um 40 Prozent zum Vergleichsjahr 1990 gesenkt werden. Foto: EKvW

Gemeinsam mit anderen Kirchenvertretern wird der westfälische Präses Alfred Buß auf der Klimakonferenz in Kopenhagen den Forderungen zum Schutz des bedrohten Klimas Nachdruck verleihen. Kurz vor dem UN-Klimagipfel hat der leitende Theologe der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) nochmals an die dringende Notwendigkeit eines völkerrechtlich verbindlichen Abkommens erinnert. Er rief dazu auf, den Appell „Countdown to Copenhagen“ zu unterstützen.

Zu dieser Initiative (www.countdowntocopenhagen.de) haben sich Kirchen und Entwicklungsorganisationen aus vielen Ländern zusammengeschlossen. „Ohne globale Gerechtigkeit gibt es keinen Klimaschutz“, erklärt Präses Buß, der den Aufruf als einer der Ersten unterzeichnet hat. Die reichen Länder als Hauptverursacher des Klimawandels, so die Forderung, „sollen sich aufgrund ihrer Verantwortung für den Klimawandel und ihrer höheren Finanzkraft dazu verpflichten, ihre eigenen Treibhausgas-Emissionen bis 2020 um mindestens 40 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren“. Sie sollten außerdem die Entwicklungsländer finanziell und technologisch unterstützen, damit diese eine klimagerechte Entwicklung einschlagen und die Anpassung an die Folgen des Klimawandels bewältigen können.

Lobbyinteressen die Stirn bieten

Vom 7. bis 18. Dezember kommen in der dänischen Hauptstadt Vertreter von 192 Staaten zusammen, um über Maßnahmen zum Schutz der bedrohten Erde zu entscheiden. Alfred Buß: „Wenn wir uns politisch für Klimagerechtigkeit einsetzen, müssen wir starken Beharrungskräften und Lobbyinteressen die Stirn bieten: Sie versuchen, die Weltwirtschaftskrise zur Stabilisierung der alten Wirtschaftsstrukturen zu nutzen.“ Die Weltklimakonferenz sei „die vielleicht letzte noch rechtzeitige Chance, ausreichende Klimaschutzvereinbarungen völkerrechtlich zu fixieren“.

Unterschriften an Ban Ki Moon übergeben

Präses Alfred Buß und die evangelischen Bischöfe Gerhard Ulrich (Kiel) sowie Frank Otfried July (Stuttgart) werden in Kopenhagen Flagge zeigen - gemeinsam mit Brot für die Welt, dem Evangelischen Entwicklungsdienst (eed) und vielen anderen Hilfsorganisationen aus Deutschland und der ganzen Welt. Der südafrikanische Erzbischof und Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu wird am 13. Dezember in Kopenhagen die gesammelten Unterschriften unter dem Aufruf „Countdown to Copenhagen“ voraussichtlich an UN-Generalsekretär Ban Ki Moon übergeben.

Mit gutem Beispiel voran gehen

Die westfälische Kirche stellt aber nicht nur Forderungen, sondern fängt auch bei sich selbst an: Beschlossen ist ein umfassendes Energiespar- und Klimakonzept 2020 für die EKvW. Sie setzt sich dabei die gleiche Zielmarke wie die Bundesregierung: 40 Prozent weniger Kohlendioxid-Ausstoß bis 2020 auf der Basis von 1990. Das Umweltmanagement „Grüner Hahn“ (www.kirchliches-umweltmanagement.de) hilft Gemeinden und kirchlichen Einrichtungen, Energie zu sparen und die Umwelt zu schonen. Mit dem Projekt „Zukunft einkaufen“ nutzen Kirche und Diakonie ihre Marktmacht, um ökologisch verträgliche und fair gehandelte Produkte zu unterstützen (www.zukunft-einkaufen.de).


 
 
 
 
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