21.03.11, Kategorie: Aktuelle Nachrichten, Landeskirche, Pressemitteilungen

„Gott setzt alle Hebel in Bewegung“

Kongress zum Jahr der Taufe mit Teilnehmern aus ganz Deutschland

Im Taufgeschehen kommt auch die bedrohliche, dunkle Seite des Lebens zur Sprache, sagt Dr. Regina Sommer. Foto: EKvW

Im Taufgeschehen kommt auch die bedrohliche, dunkle Seite des Lebens zur Sprache, sagt Dr. Regina Sommer. Foto: EKvW

SCHWERTE/WESTFALEN - Gerade am Lebensanfang ist das Lebensende besonders gegenwärtig: Dass diese Erfahrung für viele Eltern bei der Taufe ihres Kindes eine große Rolle spielt, hat die Theologin Dr. Regina Sommer (Kassel) am Samstag (19.3.) bei einem Taufkongress der Evangelischen Kirche von Westfalen hervorgehoben.

Die Taufe erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit bei evangelischen Eltern. Nach Einschätzung von Regina Sommer liegt das daran, „dass im Taufgeschehen auch die bedrohliche, dunkle Seite des Lebens zur Sprache kommt. Die Eltern wünschen sich die Taufe, weil in ihr die Spannung von Leben und Tod, Schuld und Vergebung, die sie in ihren Alltagsbezügen erleben, symbolisiert und thematisiert wird.“

Zu dem praktisch-theologischen Kongress, der noch bis Sonntag (20.3.) dauert, hatte die Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW) in ihr Tagungszentrum Haus Villigst in Schwerte eingeladen. Es nahem Vertreter von Landeskirchen aus ganz Deutschland teil. Die Taufe steht in den evangelischen Kirchen Nordrhein-Westfalens und darüber hinaus ein Jahr lang besonders im Mittelpunkt: 2011 steht unter dem Motto „Gottesgeschenk“.

Professor Dr. Hans-Martin Lübking, der den Kongress als Leiter des Pädagogischen Instituts der EKvW leitete, zog eine positive Bilanz. Die theologische und lebenspraktische Bedeutung der Taufe sei von vielen Seiten reflektiert worden. Lübking: „Die Taufe ist ein Sakrament - das heißt: Gott setzt alle Hebel in Bewegung und meint dich persönlich. Und das hält fürs ganze Leben.“

Dr. Michael Kappes, Ökumenefachmann des Bistums Münster, äußerte den Wunsch und die Hoffnung nach stärkerer evangelisch-katholischer Zusammenarbeit: „Nur gemeinsam können wir zukünftig unseren Glauben bekennen.“ Gerade in Zeiten knapper werdender Mittel gelte: „Vertrauensvolle Ökumene heißt Entlastung durch Kooperation.“

Der baptistische Theologe Professor Erich Geldbach hob hervor, wieviel die Konfessionen voneinander lernen können. Den Landeskirchen schrieb er ins Stammbuch, wie wichtig die Unterstützung und Begleitung der Eltern und Paten nach der Taufe sei. Die Mitglieder der baptistischen Freikirche werden nicht als kleine Kinder getauft, sondern meist als junge Erwachsene, weil eine bewusste Glaubensentscheidung als Voraussetzung gilt.

Video: 3 Fragen an Dr. Regina Sommer


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