21.03.11, Kategorie: Aktuelle Nachrichten, Landeskirche, Pressemitteilungen

Gott nimmt sein Ja nicht zurück

Jahr der Taufe 2011: Praktisch-theologischer Kongress zum „Gottesgeschenk“

Gottes Liebe wird uns persönlich zuteil, betonte Professor Dr. Wilfried Härle. Foto: EKvW

Gottes Liebe wird uns persönlich zuteil, betonte Professor Dr. Wilfried Härle. Foto: EKvW

SCHWERTE/WESTFALEN - „Nichts bringt die bedingungslose Zuwendung Gottes zu jedem einzelnen Menschen so stark zum Ausdruck wie die Kindertaufe.“ Diese Überzeugung hat der Heidelberger Theologe Professor Dr. Wilfried Härle am Freitag (18.3.) bei einem Kongress zum Jahr der Taufe 2011 vertreten. Die Zusage Gottes könne durch nichts verloren gehen: „Gott nimmt sein Ja nicht zurück“, betonte Härle.

Das gelte selbst dann, wenn der Mensch dieses Geschenk ablehnt. Härle verglich die Zuwendung Gottes mit einem großen Guthaben, „das jemand ohne mein Zutun auf mein Konto eingezahlt hat: Ich kann es dort liegen lassen, ich kann es aber auch abheben und anwenden“.

Zu dem praktisch-theologischen Kongress, der noch bis Sonntag (20.3.) dauert, hatte die Evangelische Kirche von Westfalen in ihr Tagungszentrum Haus Villigst in Schwerte eingeladen. Die Taufe steht in den evangelischen Kirchen Nordrhein-Westfalens und darüber hinaus ein Jahr lang besonders im Mittelpunkt: 2011 steht unter dem Motto „Gottesgeschenk“.

Das körperlich Spürbare, das Wasser der Taufe, bringt nach Wilfried Härles Überzeugung „leibhaftig“ zum Ausdruck: Gottes Liebe wird uns persönlich zuteil. Dieses Geschenk wecke immer wieder neu den Glauben und die Bereitschaft, es anzunehmen. Das starke, unverbrüchliche Zeichen der Taufe habe gerade in schwierigen Situationen Bestand - aber nicht, „wenn die Taufe an den schwachen Nagel des Glaubens gehängt wird“.

Der westfälische Präses Alfred Buß erklärte: „Wenn wir Kinder taufen, müssen wir den Eltern helfen, damit sie den Glauben vermitteln können.“ Deshalb nannte er als ein wichtiges Ziel des Jahrs der Taufe, die Taufverantwortung zu fördern: „Die Taufe ist ein Anfang. Ein Anfang mit weitreichenden Folgen. Wer getauft ist, soll in die Gemeinde hineinwachsen, von ihr angenommen werden, sie mitgestalten. Gemeinden haben eine Taufverantwortung. Diese Verantwortung wollen wir stärken“, so der leitende Theologe der Evangelischen Kirche von Westfalen.

Besonders im Blick seien Alleinerziehende und ihre Kinder, so Buß. Alleinerziehende evangelische Mütter ließen ihre Kinder deutlich seltener taufen als der Durchschnitt aller evangelischen Eltern. Offenbar sei mit der Taufe bis heute das Ideal einer „vollständigen“ und „intakten“ Familie verbunden - Alleinerziehende hätten offenbar eine gewisse Scheu vor der öffentlichen Taufe. Buß: „An diesen Hindernissen darf eine Taufe nicht scheitern - schließlich hängt das Gottesgeschenk davon nicht ab.“

Video: 3 Fragen an Dr. Regina Sommer


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