12.09.11, Kategorie: Aktuelle Nachrichten, Pressemitteilungen, Landeskirche, Synode 2011

Gott loben: Einsatz für Gerechtigkeit

Präses-Kandidatin Annette Kurschus über die Einheit von Frömmigkeit und Politik

Präses-Kandidatin Annette Kurschus. Foto: EKvW

Präses-Kandidatin Annette Kurschus. Foto: EKvW

WESTFALEN/BIELEFELD - Einsatz für Gerechtigkeit, politisches und soziales Engagement – Christen haben dazu Kraft und Hoffnung, weil sie Gott die Ehre geben. Diese Überzeugung vertrat Annette Kurschus, Kandidatin für das Präses-Amt der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW), in einem öffentlichen Vortrag am Montag (12.9.) in Bielefeld.

„Gotteslob und Weltverantwortung der Kirche“ war das Thema, das sie sich gewählt hatte. Und sie ließ keinen Zweifel daran, wo diese Verantwortung ihren Ursprung hat: „Unser Antrieb ist das Gute, das Gott an uns tat und immer wieder tut. Im gemeinsamen Gotteslob gewinnen wir Kontakt zu diesem Guten. Immer neu.“

Zwar würden sich auch andere Organisationen und Menschen ohne christliche Überzeugung vielfältig sozial engagieren – „das verbindet uns mit gutmeinenden und verantwortlichen Menschen auch außerhalb der Kirche, und das ist gut so“. Christen dürften jedoch nicht verschweigen, dass ihr Engagement eine andere Wurzel hat: „Die Kraft, aus der wir handeln, kommt nicht zuerst aus uns“, sagte die Theologin: „Der Überschuss an Kraft und Hoffnung, der aus der Verheißung Jesu Christi entspringt, macht uns zu Salz der Erde und Licht der Welt.“ Auf dieser Grundlage könnten Christen gegen jeden Augenschein hoffen und arbeiten.

Annette Kurschus unterstrich den Einklang zwischen Gotteslob und tätiger Liebe: „Gott loben heißt sensibel sein für jede Form von sozialer Ungerechtigkeit und sich nicht abfinden mit der unerträglichen Spaltung der Erdbevölkerung in Arme und Reiche. Gott loben heißt eintreten für Bildungsgerechtigkeit und dafür, dass alle Menschen an den vielfältigen Möglichkeiten des Lebens teilhaben können. Gott loben heißt einschreiten gegen alle Arten von Gewalt gegenüber Schwächeren.“ Das Lob Gottes bedeute die Gewissheit, den Problemen des Lebens nicht machtlos ausgeliefert zu sein. Deshalb „macht Gottes Lob frei zum Handeln, zur tätigen Verantwortung für die Welt“.

Außer Superintendentin Annette Kurschus (48) aus Siegen kandidiert Angelika Weigt-Blätgen (56), leitende Pfarrerin der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen e.V. (Soest) für das Präses-Amt der westfälischen Landeskirche. Im November wählt die Landessynode als höchstes Leitungsgremium der EKvW die Nachfolge von Präses Alfred Buß. Der leitende Theologe tritt nach achtjähriger Amtszeit zum 1. März 2012 in den Ruhestand.

In einem Vortrag und in einem Gottesdienst gibt es die Möglichkeit, beide Kandidatinnen persönlich kennen zu lernen. Angelika Weigt-Blätgen spricht am 19. September über das Thema: „... dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung“ – Nachdenken über die Zukunft mit Kirche. Am 28. September wird Pfarrerin Weigt-Blätgen einen Abendgottesdienst in der Marienkirche Dortmund gestalten. Der Gottesdienst mit Annette Kurschus ist am 7. Oktober in der Pauluskirche Hamm.


 
 
 
 
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