14.11.11, Kategorie: Aktuelle Nachrichten, Synode 2011, Pressemitteilungen

Evangelische Kirche ist die reformierte katholische Kirche

Präses Alfred Buß zum Auftakt der Synode: Wir lassen nicht nach im Bestreben nach Einheit

Präses Alfred Buß: "Wir sind Schwesterkirche!" Foto: EKvW

Präses Alfred Buß: "Wir sind Schwesterkirche!" Foto: EKvW

WESTFALEN/BIELEFELD - Die evangelische Kirche versteht sich als die katholische Kirche, die vor 500 Jahren durch die Reformation gegangen ist. Das hat Präses Alfred Buß am Montag (14.11.) in Bielefeld unterstrichen. Vor der Synode der Evangelischen Kirche von Westfalen sagte der leitende Theologe, die Protestanten würden nicht nachlassen, „die von Christus vorgegebene Einheit der Kirche zu suchen.

In seinem Grundsatzbericht vor dem „Kirchenparlament, das noch bis Freitag tagt, gab der Präses eine nüchterne Einschätzung der ökumenischen Situation: „Eine größere Nähe mit der römisch-katholischen Kirche ist in absehbarer Zeit nicht wahrscheinlich. Auch die gleichberechtigte Beteiligung von Frauen am geistlichen Amt werde wohl kein Thema sein. Trotzdem, so forderte Buß, „muss die immer neue Hinwendung zu Christus unseren ökumenischen Weg bestimmen.

In Anlehnung an den Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Nikolaus Schneider, sprach Buß von einer Ökumene der Gaben: „Wir können uns gegenseitig mit unseren Traditionen bereichern. Es gebe nicht eine „eigentliche und eine „uneigentliche Kirche: „Wir sind Schwesterkirchen. Selbst wenn wir unterschiedliche Akzente setzen, haben wir gemeinsam etwas zu sagen.

Eine evangelische Kirche könne allerdings nicht durch die Unterordnung unter den Papst definiert werden. Nicht durch Bischöfe und Ämter sei die evangelische Kirche gekennzeichnet, sondern durch die Orientierung an der Bibel, erklärte der Theologe. Martin Luther und die anderen Reformatoren hätten im 16. Jahrhundert die „Unmittelbarkeit eines jeden Christen zu Gott wiederentdeckt. Dies sei nicht mit einem höchsten Lehramt vereinbar, wie es die katholische Kirche kennt. Die Unmittelbarkeit zu Gott ohne menschliche „Zwischeninstanz bedeute aber nicht, dass der evangelische Christ „ganz für sich Christ sein könne und solle. „Vielmehr hat die Reformation die Kirche konsequent vom Gottesdienst her bestimmt, sagte der Präses.


 
 
 
 
Nachrichten
 

Evangelische Kirche von Westfalen, Landeskirchenamt - Altstädter Kirchplatz 5 - 33602 Bielefeld
Fon (Zentrale): 0521 594-0 - Fax (Zentrale): 0521 594-129 - Landeskirchenamt@lka.ekvw.de - Impressum