Dem Leben die richtige Würze geben
Vizepräsident Albert Henz verleiht „Salzkorn 2011“. Preisträger kommen aus Lippstadt, Lüdenscheid-Oberrahmede und Tecklenburg

Die Preisträgerinnen und Preisträger des Förderpreises "Salzkorn 2011" zusammen mit Albert Henz (Mitte, im Talar), dem Theologischen Vizepräsidenten der Evangelischen Kirche von Westfalen. Foto: EKvW
LIPPSTADT/WESTFALEN - Sie wollen Freunde sein in der Not und Obdachlosen in der Gesellschaft Gehör und Respekt verschaffen. Sie wollen ihre kulturellen Wurzeln pflegen und unterschiedliche Traditionen miteinander teilen. Sie wollen nicht nur über Schöpfungsbewahrung und Klimaschutz reden, sondern handeln. So unterschiedlich das gesellschaftspolitische, soziale und ökologische Engagement auch ist, eines haben die drei Gewinner des Förderpreises „Salzkorn 2011“ der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) gemeinsam: Sie geben dem kirchlichen und gesellschaftlichen Leben – als „Salzkörner“ – die richtige Würze. Ganz im Sinne Jesu: „Ihr seid das Salz der Erde“ (Matthäus 5,13).
Der mit insgesamt 3.000 Euro dotierte Förderpreis der westfälischen Landeskirche wurde am Samstag (15.10.) in der Evangelischen Jakobikirche (Lippstadt) durch den Theologischen Vizepräsidenten Albert Henz verliehen: an den Obdachlosen-Freundeskreis e.V. in der Evangelischen Kirchengemeinde Oberrahmede; den Lippstädter Arbeitskreis „Willkommen – Kulturelle Vielfalt gestalten“; und die Umweltarbeit in der Evangelischen Kirchengemeinde Tecklenburg. Bereits seit 1994 würdigt die Kirchenleitung damit regelmäßig Gruppen und Initiativen, die sich ehrenamtlich in beispielhafter Weise für Gerechtigkeit, Frieden und den Schutz der Umwelt einsetzen.
„Sie alle setzen sich überzeugend und erkennbar für die Gesellschaft ein und lassen Ihren Worten konkrete Taten folgen“, würdigte Vizepräsident Albert Henz die Arbeit der Preisträger. „So sieht es aus, wenn Menschen sich in der Nachfolge Jesu glaubwürdig engagieren. Solche Christinen und Christen brauchen wir!“ Steigende Armut und Obdachlosigkeit, zunehmende Internationalisierung sowie der Klimawandel und die damit verbundenen Zukunftsängste seien gesellschaftliche Herausforderungen, denen man sich gemeinsam stellen müsse.
Obdachlosen-Freundeskreis e.V. in der Ev. Kirchengemeinde Oberrahmede
Für Pfarrerin Monika Deitenbeck-Gisenberg geht es nicht darum, das einige etwas für andere tun. Nein, sie wollen gemeinsam was auf die Beine stellen. Das Miteinander zählt. Natürlich geht es auch um eine warme Mahlzeit und einen sicheren Schlafplatz für die Nacht. Aber es geht vor allem darum, aus der Hoffnungslosigkeit herauszukommen, neue Perspektiven zu finden, Ausgegrenzten eine Lobby zu verschaffen. Zu nehmen und zu geben. Viele der rund 80 Betroffenen haben in der Kirchengemeinde mittlerweile ihren Lebensmittelpunkt gefunden, helfen bei Renovierungs- und Küsterarbeiten, im Kirchencafé oder beim Catering-Service.
Arbeitskreis „Willkommen – Kulturelle Vielfalt gestalten“ (Lippstadt)
Jede und jeder hat ihre und seine ganz eigene Geschichte. Und eigene kulturelle Traditionen. Diese miteinander zu teilen, gemeinsam einen Blick über den Tellerrand zu wagen, Respekt zu schenken und Herzlichkeit zu erfahren – darum geht es im Arbeitskreis „Willkommen – Kulturelle Vielfalt gestalten“. Dabei ist der Name keine Floskel, sondern Programm. Denn alle sind willkommen. Man kümmert sich umeinander, hört zu, hilft, leistet Nachbarschaftshilfe. Und das schon seit fast 20 Jahren. Dabei versteht sich der Arbeitskreis weniger als Dachorganisation, sondern vielmehr als Netzwerk zwischen verschiedenen Initiativen in der Stadt.
Umweltarbeit in der Evangelischen Kirchengemeinde Tecklenburg
Das Team der Umweltarbeit der Evangelischen Kirchengemeinde Tecklenburg hat schon viel geschafft – aber auch noch etliche Baustellen, die warten. Denn so manches kirchliche Gebäude verursacht unter energetischen Gesichtspunkten Stirnrunzeln. Zu hohe Energiekosten durch mangelnde Isolierung und schlechte Dämmung, alte Fenster, etc. Mit fachlichem Know-how, kreativen Konzepten und starkem ehrenamtlichem Einsatz hat es die Gemeinde mittlerweile geschafft, vor Ort, im Kirchenkreis und auf landeskirchlicher Ebene eine Vorreiterrolle beim kirchlichen Umweltmanagement einzunehmen.


