04.09.10, Kategorie: Aktuelle Nachrichten, Pressemitteilungen

Alfred Buß: Rechtsextremismus widerspricht dem Versöhnungshandeln Jesu Christi

Kundgebung gegen Neonazis in Dortmund / Breites Bündnis gegen Rechts

Präses Alfred Buß bei der Gegendemo in Dortmund. Foto: Stephan Schütze

Präses Alfred Buß bei der Gegendemo in Dortmund. Foto: Stephan Schütze

DORTMUND - Rechtsextremismus ist nach Überzeugung von Präses Alfred Buß mit dem christlichen Glauben nicht vereinbar. Bei der Kundgebung gegen Neonazis am Samstag (4.9.) in Dortmund sagte der leitende Theologe der Evangelischen Kirche von Westfalen, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit widersprächen der biblischen Botschaft von Gott als dem Schöpfer aller Menschen.

"Rechtsextremistische Anschauungen stehen im Widerspruch zum Versöhnungshandeln Jesu Christi, das allen Menschen gilt“, betonte der Präses. Das jüdisch-christliche Menschenbild sei geprägt von der Würde, die jedem Menschen innewohnt. Deshalb: „Egal wie sie aussieht, woher er kommt, welche Religion oder Hautfarbe es hat. Denn Gottes Schöpfung ist bunt. Gott zieht keine Grenzen.“

Das vielbeschworene christliche Abendland gerate nicht etwa dadurch in Gefahr, dass Menschen unterschiedlicher Kulturen und Religionen zusammenleben wie in Dortmund. Gefährlich sei es vielmehr, die unveräußerliche Würde eines jeden Menschen in Frage zu stellen, „so wie rechtsextreme Diffamierungen es tun“.

Angst sei der Nährboden für rechtsextremes Gedankengut. Damit es gar nicht erst Fuß fassen könne, müssten alle Menschen die Möglichkeit zur gerechten Teilhabe an der Gesellschaft haben.

Präses Buß hob als Beispiel kreativen Engagements das neue Buch „101 Projektideen gegen Rechtsextremismus“ hervor, das die Arbeitsgemeinschaft der evangelischen Jugend in Deutschland zusammen mit der Gewaltakademie Villigst herausgegeben hat.

(101 Projektideen gegen Rechtsextremismus, herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft der evangelischen Jugend in Deutschland e.V. in Kooperation mit der Gewaltakademie Villigst, Hannover/Villigst 2010; ISBN 978-3-00-027320-9)

An der Kundgebung beteiligten sich u.a. auch NRW-Sozialminister Guntram Schneider, Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau und Claudia Roth, Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen. Aufgerufen hat dazu der Dortmunder Arbeitskreis gegen Rechtsextremismus, dem zahlreiche Organisationen, Gruppen und Institutionen angehören.

Die Rede im Wortlaut (pdf)


 
 
 
 
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