Von Moskau nach Minden
Vizepräsident Albert Henz nimmt auf der rheinischen Synode eine westfälische Bibelausgabe von 1712 in Empfang
BAD NEUENAHR/BIELEFELD/MINDEN - Niemand weiß, wie viel sie wert ist. Geschweige denn, was genau mit ihr geschehen soll. Dennoch ist die Freude groß, die Bibel, die 1712 in Minden gedruckt worden ist, wieder in Westfalen zu haben. Denn das ist in diesem Fall nicht selbstverständlich. Lange Zeit war das gute Stück in Moskau.
Dort ist sie von Adolf Reuter, der beruflich in Moskau unterwegs war, gekauft und mit ins Rheinland gebracht worden. Von dessen Ehefrau hat Joachim Knitter, Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Siegburg, von der Bibel erfahren, den Kontakt nach Westfalen hergestellt und bei Superintendent Jürgen Tiemann nachgefragt, ob Interesse bestehe, das alte Schätzchen wieder zu erhalten. Der hat nicht lange gefackelt und zusammen mit dem Landeskirchlichen Archiv und dem Leiter des Kommunalarchivs alle Hebel in Bewegung gesetzt.
Am Montag, 9. Januar, war es dann soweit. Albert Henz, Theologischer Vizepräsident der Evangelischen Kirche von Westfalen, konnte die gut erhaltene Bibelausgabe auf der rheinischen Synode in Bad Neuenahr aus den Händen von Elisabeth Reuter in Empfang nehmen.
Inzwischen ist die Bibel in Bielefeld angekommen, wo sie von Wolfgang Günther von landeskirchlichen Archiv auf Herz und Nieren geprüft wird. Noch ist nicht entschieden, wie es anschließend mit ihr weiter geht. Wenn möglich soll sie in Minden öffentlich ausgestellt werden. Entweder in der Alten Ratskirche St. Martini oder im Kreiskirchenamt.



