07.07.11, Kategorie: Aktuelle Nachrichten, Landeskirche

Seminar schafft Spielräume

Vater-Kind-Wochenende für Väter aus dem offenen Strafvollzug und deren Kinder

Vater und Kind hatten viel Zeit, um gemeinsam zu spielen und zu lachen. Foto: iStockphoto.com

Vater und Kind hatten viel Zeit, um gemeinsam zu spielen und zu lachen. Foto: iStockphoto.com

SCHWERTE/BIELEFELD - „Endlich mit Papa zusammen kuscheln und so viel Zeit nur mit ihm zu haben.“ Darauf freut sich ein fünfjähriger Junge, und seine Freude darüber ist ihm anzusehen. Bereits zum dritten Mal veranstalten das Institut für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen und der Evangelische Gemeindedienst des Bielefelder Johanneswerkes ein Seminar für Männer im offenen Strafvollzug und deren Kinder. Bislang ist es in Deutschland einzigartig.

Mit dem Wochenendseminar, das in einer Sauerländer Tagungsstätte stattfand, helfen die Veranstalter, die Beziehung zwischen Vätern und Kindern zu stärken. Gleichzeitig werden so Spielräume für deren Kinder geschaffen.

Anhand spielerischer und kreativer Methoden konnten die Kinder zusammen mit ihren Vätern in entspannter Atmosphäre gemeinsame Zeit verbringen. Das reichte von Spiel und Spaß am und im Wald über kreative Aktionen, Väter- und Kinderrunden bis hin zu Gesprächen und zum gemeinsamen Lachen – ein ganzes Wochenende lang.

Gesonderte Kinder- und Väterzeiten

Neben gemeinsamen Aktivitäten gab es getrennte Väter- und Kinderzeiten. Mit den Kindern wurden Themen wie Gefühle und Wünsche behandelt. In den Väterrunden hatten die Männer Raum, um über ihre Vaterrolle unter den erschwerten Bedingungen der Haft und ihre Verantwortung für die Kinder zu sprechen. Zudem organisierten die Väter mit Unterstützung des Seminarteams für ihre Kinder eine Piraten-Schatzsuche mit vielen selbst ausgedachten Spielen. Die Kinder planten den Sonntagmorgen mit ihren Lieblingsspielen wie Verstecken, Kinder- gegen Väter-Fußball und Zombieball.

"Ich habe meinen Sohn ganz anders kennen gelernt."

An dem Seminar, das finanziell vom Evangelischen Familienbildungswerk in Münster gefördert wurde, nahmen sechs Väter und acht Kinder unterschiedlicher Nationalitäten im Alter von fünf bis zehn Jahren teil. „Ich habe meine Tochter und meinen Sohn ganz anders kennen gelernt. So konnte ich viel Neues über sie und dadurch auch über mich erfahren“, sagte ein Teilnehmer. Auch die Veranstalter sind hochzufrieden mit dem Projekt: Bei gesicherter Finanzierung geht es 2012 in die vierte Runde.




 
 
 
 
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