Kreissynode verschiebt Vereinigung
Superintendenamt im Kirchenkreis Gladbeck-Bottrop-Dorsten wird künftig nebenamtlich wahrgenommen
Detlef Mucks-Büker wird vorerst der letzte Superintendent sein, der sein Amt im Kirchenkreis Gladbeck-Bottrop-Dorsten hauptamtlich ausübt. Foto: Bugzel
DORSTEN - Die angestrebte Vereinigung der beiden Nachbarkirchenkreise Gladbeck-Bottrop-Dorsten und Recklinghausen liegt vorerst auf Eis. Die am Wochenende in Dorsten tagende Kreissynode beschloss einstimmig, dass die für das Jahr 2012 geplante Fusion zu diesem Zeitpunkt nicht möglich sei.
Das vom Kirchenparlament beschlossene Moratorium wurde mit der von den Kirchengemeinden in Gladbeck, Bottrop und Dorsten festgestellten unbefriedigenden Klärung der Verteilung der Finanzen in einem gemeinsamen Kirchenkreis begründet. Hier bestehe noch viel Beratungs- und Gestaltungsbedarf, hieß es.
Darüber hinaus hatten die Kirchengemeinden im Vorfeld der Synode Differenzen im Gemeinde- und Kirchenverständnis der beiden Nachbarkirchenkreise festgestellt. Es habe sich gezeigt, dass die beiden Kirchenkreise in einer Reihe von wichtigen inhaltlichen und strukturellen Fragen unterschiedlich aufgestellt seien.
Mit ihrem Beschluss hat sich die Kreissynode dafür ausgesprochen, den Prozess der Vereinigung bis zum Herbst 2012 ruhen zu lassen. Dieser Zeitpunkt wurde nicht zuletzt deswegen gewählt, weil durch die Kirchenwahlen im Frühjahr nächsten Jahres die notwendigen Wahlen zu den kirchlichen Leitungsgremien dann ebenso abgeschlossen seien wie die Entscheidung über die Zukunft der Superintendentenämter. Unbeschadet des Beschlusses sind sich beide Kirchenkreise einig, dass es zum Ziel der Vereinigung keine Alternative gebe.
Kontrovers und lebhaft diskutierte die Kreissynode die künftige Ausgestaltung des Superintendentenamtes, das nach der Wahl von Superintendent Detlef Mucks-Büker zum Oberkirchenrat in der Evangelischen Kirche Oldenburg im Spätherbst vakant wird. Nach längerer Beratung sprachen sich die Synodalen des Kirchenkreises mit deutlicher Mehrheit dafür aus, dass das Amt des Superintendenten künftig nicht mehr im Haupt- sondern im Nebenamt ausgeübt wird.
Für die Praxis bedeutet dies, dass der künftige Superintendent bzw. die künftige Superintendentin aus dem Kreis der Pfarrerinnen oder Pfarrer im Kirchenkreis zu wählen ist. Bis zur Neuwahl vertritt nach dem Ausscheiden von Mucks-Büker aus seinem Amt sein Stellvertreter, Synodalassessor Pfarrer Friedemann Kather (Bottrop), den Superintendenten.


