18.11.10, Kategorie: Aktuelle Nachrichten, Landeskirche, Pressemitteilungen, Synode 2010

Klares Nein zu Atom- und Kohlekraftwerken

Westfälische Landeskirche: Weichen für eine zukunftsweisende Energieversorgung jetzt stellen

Die Laufzeit von Kernkraftwerken soll nach Meinung der westfälischen Landessynode nicht verlängert werden. Foto: iStockphoto.com

Die Laufzeit von Kernkraftwerken soll nach Meinung der westfälischen Landessynode nicht verlängert werden. Foto: iStockphoto.com

BIELEFELD/WESTFALEN - „Atom- und Kohlekraftwerke sind keine Brücke für eine risikoarme, nachhaltige Energiezukunft“ – mit dieser Aussage hat die Evangelische Kirche von Westfalen ihre Ablehnung des Klimakonzepts der Bundesregierung zum Ausdruck gebracht. Am Donnerstag (18.11.) beschloss das „Kirchenparlament“ in Bielefeld einen Appell an die Bundesregierung, die Weichen für eine zukunftsfähige Energieversorgung zu stellen und das Energiekonzept grundlegend zu überarbeiten.

Die Evangelische Kirche von Westfalen, so der Beschluss, wird sich gegenüber der Bundesregierung „mit Nachdruck“ dafür einsetzen, dass die Laufzeit der Kernkraftwerke nicht verlängert wird. Endlagerstandorte für Atommüll sollten ergebnisoffen erkundet werden. Um den Neubau weiterer Kohlekraftwerke zu stoppen, seien gesetzliche Voraussetzungen zu schaffen. Gleichzeitig sollen Arbeitsplätze in Deutschland konkurrenzfähig erhalten und ausgebaut werden.

Das extreme Risiko von Atomkraftwerken, heißt es in der Begründung, sei nicht zu verantworten. Bereits 1986 hatte die Synode auf die „großen, vielfältigen und nicht mit Sicherheit beherrschbaren Gefahren der Kernenergie“ hingewiesen. Außerdem gebe es nach Jahrzehnten Atomkraftwerkbetrieb immer noch keine Lösung für die Endlagerfrage. „Wir sehen die Bedrohung, dass in Ermangelung eines sicheren Endlagers, Brennelemente-Zwischenlager wie zum Beispiel Ahaus zu dauerhaften ‚Zwischenlagern’ werden“, erklärt die Synode. Die langfristige Lagerung von Atommüll in Ahaus sei ein unverantwortliches Risiko für Mensch und Natur im Münsterland und darüber hinaus.

Atom- und Kohlekraftwerke würden außerdem den Ausbau einer zukünftigen Energieversorgung behindern. Der notwendige Strukturwandel werde blockiert: „Damit wird eine klimaverträgliche und sichere Energieversorgung den wirtschaftlichen Interessen der großer Energieversorgungsunternehmen untergeordnet.“ Denn: Investitionen von Stadtwerken und unabhängigen Energieunternehmen in klimafreundliche und effiziente Energieerzeugung könnten mit abgeschriebenen Atomkraftwerken nicht mithalten. Den Kommunen gingen Mittel verloren. „Während das Energiekonzept den vier großen Energieversorgungsunternehmen hohe Gewinne verschafft, bürdet es der Gesellschaft Verluste und hohe Risiken auf.“


 
 
 
 
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