25.11.11, Kategorie: Aktuelle Nachrichten, Kirchengemeinden, Landeskirche, Pressemitteilungen

„Kirche als spirituellen Ort neu entdecken“

10 Jahre Ausbildung zur Kirchenführung in der Evangelischen Kirche von Westfalen

Erlebnisse, Entdeckungen und Erfahrungen der Kirchenführerinnen und Kirchenführer aus Westfalen enthält die neue Broschüre, die das Evangelische Erwachsenenbildungswerk Westfalen und Lippe e. V. herausgegeben hat. Albert Henz, Vizepräsident der Evangelischen Kirche von Westfalen (Mitte), Antje Rösener (2. von rechts) und Dr. Gerald Wagner (links) präsentierten die jüngste Publikation im Kreise erfahrener Kirchenführerinnen und Kirchenführer. Foto: EBW

Erlebnisse, Entdeckungen und Erfahrungen der Kirchenführerinnen und Kirchenführer aus Westfalen enthält die neue Broschüre, die das Evangelische Erwachsenenbildungswerk Westfalen und Lippe e. V. herausgegeben hat. Albert Henz, Vizepräsident der Evangelischen Kirche von Westfalen (Mitte), Antje Rösener (2. von rechts) und Dr. Gerald Wagner (links) präsentierten die jüngste Publikation im Kreise erfahrener Kirchenführerinnen und Kirchenführer. Foto: EBW

UNNA/WESTFALEN - Seit zehn Jahren bildet das Evangelische Erwachsenenbildungswerk Westfalen und Lippe Kirchenführer aus. Über hundert von ihnen feierten diesen runden Jahrestag am Freitag (25.11.) in der Stadtkirche von Unna gemeinsam mit Dozenten und Ehrengästen. Albert Henz, Vizepräsident der Evangelischen Kirche von Westfalen, und Professor Dr. Thomas Erne (Marburg), Direktor des Instituts für Kirchenbau und kirchliche Kunst der Gegenwart der Evangelischen Kirche in Deutschland, dankten den Absolventen für ihr Engagement um die Wahrnehmung von Kirchen.

„Die meisten von Ihnen haben die Ausbildung besucht, um ehrenamtlich aktiv zu werden“, sagte Antje Rösener, Theologische Studienleiterin des Evangelischen Erwachsenenbildungswerks vor den zahlreichen Zuhörern aus Dortmund, Unna, Soest, Münster und vielen weiteren westfälischen Städten. Sie lobte das kreative Potenzial ihrer genau 193 Absolventen. Diese hatten Ideen aus den Fortbildungen zu neuen Veranstaltungsformen weiterentwickelt wie zum Beispiel die „Nacht der offenen Kirchen“ oder vielfältigen Aktionen zum Tag des offenen Denkmals. „Sie haben das Ehrenamt des Kirchenführers zu einem Typus von zivilgesellschaftlichen Engagement weiterentwickelt, den wir künftig in unserer Gesellschaft immer stärker brauchen werden“, so Antje Rösener.

Gemeinsames Entdecken des sakralen Raums ermöglichen

120 Unterrichtsstunden umfasst die Ausbildung, die historisches, theologisches, pädagogisches und kunstgeschichtliches Wissen vermittelt und mit einem bundesweit anerkannten Zertifikat abschließt. Kirchenführungen sollen nicht trockene historische Fakten auflisten, sondern feinfühlig und kompetent ein gemeinsames Entdecken des sakralen Raums ermöglichen. Dabei geht es neben dem Wissen auch um spirituelle Erfahrung.

Vizepräsident Albert Henz: „Wenn Kinder spüren, wie Taufwasser durch ihre Hände ins Taufbecken plätschert, wie hoch ein Gasluftballon ins Gewölbe steigt, wenn ich die Kirche auf dem Rücken liegend erfahre, den Stein und das Holz mit meinen Händen umschließe - in solchen Möglichkeiten erschließen sich Gebäude und christlicher Glaube neu.“ Eine qualifizierte Kirchenführerausbildung leiste einen wesentlichen Beitrag, Gotteshäuser anders wahrzunehmen und den Glauben neu zu entdecken.

Gotteshäuser erkunden im Dämmerlicht

Kirchenführerinnen und Kirchenführer berichteten von ihren kuriosen und zuweilen auch schmerzlichen Erfahrungen, von Führungen mit Taschenlampen und dem „Erlesen“ einer Grabstein-Inschrift mit dem nackten Fuß, über eine Begegnung mit islamischen Gelehrten und über eine Kirchenführung für die Künstlerin, die die besprochenen Kirchenfenster selbst entworfen hatte.

Zum 10. Jahrestag der Kirchenführerausbildung hat das Evangelische Erwachsenenbildungswerk Westfalen und Lippe e. V. eine Jubiläumsbroschüre herausgegeben: „Gibt es etwas Schöneres?“ heißt die 22 Seiten starke Publikation mit Erfahrungen und Erinnerungen, Zeitungsausschnitten und kurzen Informationen zur Ausbildung.

Das Heft kann bestellt werden beim Evangelischen Erwachsenenbildungswerk Westfalen und Lippe e. V. in Dortmund unter der Rufnummer 0231 5409-15 oder per E-Mail: ebw(at)ebwwest.de.


 
 
 
 
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