29.08.11, Kategorie: Aktuelle Nachrichten, Kirchenkreise

Gemeinsam leben, arbeiten und feiern

Jugendliche aus Espelkamp besuchen die Karagwe-Diözese in Tansania

Gemeinsam bei der anstrengenden Feldarbeit im Workcamp. In der Trockenzeit ist der Feldboden steinhart. Ein Kultivator könnte helfen, die großen landwirtschaftlichen Flächen in Nkwenda besser bewirtschaften zu können. Foto: Kirchenkreis Lübbecke

Gemeinsam bei der anstrengenden Feldarbeit im Workcamp. In der Trockenzeit ist der Feldboden steinhart. Ein Kultivator könnte helfen, die großen landwirtschaftlichen Flächen in Nkwenda besser bewirtschaften zu können. Foto: Kirchenkreis Lübbecke

ESPELKAMP/TANSANIA - Zehn Jugendliche aus dem Team „Pizzeria für Tansania“ des CVJM Espelkamp und der Evangelischen Martins-Kirchengemeinde haben in den Sommerferien drei Wochen lang an einem Internationalen Workcamp des CVJM in Tansania teilgenommen. Hautnah konnten sie so die Lebenswirklichkeit sowie die große Gastfreundschaft und Herzlichkeit der Menschen in der Karagwe-Diözese erfahren und zugleich wichtige Impulse für die Partnerschaftsarbeit in Deutschland gewinnen.

Unter der Leitung von Pfarrerin Martina Nolte-Bläcker, Detlef Bläcker und des tansanischen Pfarrers Jeremiah Rugimbana hat die Teilnahme am Workcamp den Jugendlichen die Möglichkeit eröffnet, mit afrikanischen Jugendlichen im Ausbildungszentrum Nkwenda gemeinsam zu leben, zu arbeiten, zu diskutieren und zu feiern, um so die Lebenskultur und die schwierigen Lebensbedingungen afrikanischer Jugendlicher selbst kennen zu lernen.

Steinharter Boden

Es ist Trockenzeit. Die Regenwassertanks sind leer. Viele Liter Wasser müssen die tansanischen Schülerinnen und Schüler aus einem entfernt liegenden Wasserloch schöpfen und zum Zentrum tragen. Bei den Versuchen der deutschen Jugendlichen die großen Wassereimer auch nur wenige Sekunden auf dem Kopf zu balancieren, wird schnell spürbar, wie schwer diese Arbeit ist.

Auch die gemeinsame Feldarbeit gehört zum Programm des Workcamps. Der steinharte Feldboden muss mühsam aufgehackt werden, um den Acker für die nächste Bohnenernte vorzubereiten. Nur so ist es möglich, die Ernährung der Jugendlichen im Ausbildungszentrum sicher zu stellen. Ein Kultivator würde es möglich machen, größere Flächen auch ohne den körperlichen Einsatz vieler Schülerinnen und Schüler zu bewirtschaften. Doch dafür fehlt das Geld.

Zimmertüren tragen westfälische Namen

In der Schneiderei, der Tischlerei und der Klasse für Maurer sammeln die Jugendlichen anschließend handwerkliche Erfahrungen und erhalten so direkte Einblicke in die tansanische Berufsausbildung. 84 Mädchen und Jungen werden zurzeit im Zentrum ausgebildet. Sie bekommen zum Berufsstart 50 Prozent ihres Werkzeugs oder ihrer Nähmaschine finanziert.

Auch mit finanzieller Unterstützung aus Deutschland. Die Zimmertüren im Ausbildungszentrum Nkwenda verraten es. Denn sie tragen alle westfälische Namen und dokumentieren auf diese Weise, welche Partner der Evangelischen Kirche von Westfalen den Bau unterstützt haben. Auch das Zimmer "Espelkamp" gehört dazu.

Soziale Unterschiede sind groß

Zwei Drittel der Jugendlichen kommen aus sehr armen Familien, die nicht in der Lage sind, das Schulgeld zu bezahlen. Sie werden durch kirchliche Partnerschaften unterstützt. Doch obwohl die sozialen Unterschiede zwischen den deutschen und den tansanischen Jugendlichen groß sind, ist das Eis durch gemeinsame Arbeiten, Feiern von Andachten und Gottesdiensten, durch Sport, Spiele und Tanzen schnell gebrochen. Erste freundschaftliche Kontakte werden geknüpft.

Lebhaft diskutieren sie über die sozialen, kulturellen und religiösen Unterschiede zwischen Tansania und Deutschland, über die Beschneidung von afrikanischen Frauen und die unterschiedlichen Rollen von Frauen und Männern in beiden Kulturen.

Mitarbeiterhaus eingeweiht

Mit afrikanischen Chorgesängen, Tänzen und Festreden der Lehrer aus Nkwenda wird schließlich das neu erbaute Mitarbeiterhaus durch Pfarrerin Nolte-Bläcker eingeweiht. Zu einem Drittel ist es aus den Erlösen der Pizzeria für Tansania des CVJM Espelkamp finanziert worden.

Beim großen Empfang der Delegation durch die 360 Schülerinnen der Schule überreicht Pfarrerin Nolte-Bläcker die Geschenke und Schülerbriefe der Birger-Forell-Realschule an Schulleiterin Peresiah Bagambilana, die im Sommer 2010 das 50-jährige Jubiläum der Birger-Forell-Realschule in Espelkamp mit gefeiert hatte.

Spenden willkommen

Wer die Jugendlichen im Ausbildungszentrum in Tansania unterstützen und für einen Wassertank in Nkwenda spenden möchte, kann Spenden auf das Konto des CVJM Espelkamp überweisen:

Sparkasse Minden-Lübbecke
BLZ: 49050101
Konto-Nr.: 36000305
Stichwort „Wassertank“


 
 
 
 
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