06.09.11, Kategorie: Aktuelle Nachrichten, Landeskirche, Pressemitteilungen

Gegenseitiges Verständnis und Austausch auf Augenhöhe

Christen in Kamerun und Westfalen: 30 Jahre Partnerschaft

Zahlreiche Chöre gestalteten den Festgottesdienst mit. Foto: EKvW

Zahlreiche Chöre gestalteten den Festgottesdienst mit. Foto: EKvW

WESTFALEN/KAMERUN - In einem Gottesdienst mit 5.000 Personen haben die Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW) und die Evangelische Kirche Kamerun (EEC) am Sonntag (4.9.) in der Stadt Bafoussam das 30-jährige Bestehen ihrer Partnerschaft gefeiert. „Ziel unserer Verbindung ist nicht Harmonie, sondern gegenseitiges Verständnis und Austausch auf Augenhöhe“, sagte der westfälische Präses Alfred Buß, der in dem Festgottesdienst die Predigt hielt. Die Christen aus Kamerun kämen nicht als Bettler, sondern als Partner, die Eigenes einbringen. Alle materielle Unterstützung diene dem weltweiten Auftrag der Kirche: die Botschaft von Gottes Liebe in Wort und Tat weiterzugeben.

1981 hatten die damaligen Kirchenleiter Hans Thimme und Jean Kotto nach jahrelangen Vorbereitungen die Partnerschaft vertraglich begründet. Die EKvW, viertgrößte Landeskirche in Deutschland, hat 2,5 Millionen Mitglieder, die EEC etwa ebenso viele. Ein Beispiel für das wechselseitige Lernen voneinander ist der Kindergottesdienst: 2010 hat ein auf fünf Jahre angelegtes Projekt des systematischen Austauschs zwischen dem Westfälischen Verband für Kindergottesdienst und der entsprechenden Organisation in Kamerun begonnen. Kerstin Othmer-Haake, westfälische Landespfarrerin für Kindergottesdienst, arbeitet derzeit intensiv mit ihren Kolleginnen und Kollegen in Kamerun.

Zehn Taufen

In dem Gottesdienst fanden zehn Taufen statt: Kameruns Kirchenpräsident Isaac Batomen, Präses Alfred Buß und weitere westfälische Besucher tauften Kleinkinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Der Präses wies auf das Jahr der Taufe 2011 hin: Unter dem Motto „Gottesgeschenk“ steht die Taufe in der westfälischen Landeskirche und darüber hinaus 2011 besonders im Mittelpunkt.

Sultan ruft zu religiöser Toleranz auf

Auch Sultan Ibrahim Boumbouo Njoya nahm als Ehrengast an dem Gottesdienst teil. Er herrscht als Monarch der Bamoun über ein teilautonomes Sultanat in Westkamerun. In seinem Grußwort bekannte er sich zu religiöser Toleranz und zu einer Kultur des Dialogs zwischen den Glaubensrichtungen. Ausdrücklich ermutigte er zu interreligiösen Ehen. Eine Tochter des Sultans konvertierte vom Islam zum Christentum und ist heute evangelische Pfarrerin.

Eine Kirchenleitungsdelegation der Evangelischen Kirche von Westfalen unter Leitung von Präses Alfred Buß besucht noch bis 6. September afrikanische Partnerkirchen. Nach Tansania sind die westfälischen Gäste jetzt in Kamerun.

Zum Reisetagebuch von Präses Alfred Buß


 
 
 
 
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