Förderverein ermöglichte aufwändige Sanierung
Landschaftsverband Westfalen-Lippe zeichnet Erlöserkirche in Bochum-Hiltrop als Denkmal des Monats aus

Der LWL hat die Erlöserkirche in Bochum-Hiltrop als Denkmal des Monats Juli ausgezeichnet. Foto: LWL
BOCHUM - Jahrelang dauerten die Außensanierungen an der Erlöserkirche in Bochum-Hiltrop. Nachdem die Arbeiten jetzt beendet worden sind und eine Rampe zur barrierefreien Erschließung angebaut wurde, hat der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) das Gotteshaus zum Denkmal des Monats Juli gekürt.
"Dass die sich über lange Jahre hinziehende Sanierung so gut gelungen ist, verdankt die Kirchengemeinde dem beispielhaften Engagement einiger ihrer Mitglieder und dem eigens gegründeten Förderverein. So konnten die Baukosten vornehmlich aus Spendengeldern finanziert werden", begründet LWL-Denkmalpfleger Hartmut Ochsmann die Auszeichnung.
"Auf einer Anhöhe an einer Straßenkreuzung zwischen Bochum, Herne und Gerthe erhebt sich in städtebaulich herausragender Lage die evangelische Erlöserkirche", so Ochsmann weiter. "Für den Besucher ist der Aufstieg zur Kirche beeindruckend: Über eine breit angelegte Treppenanlage mit Bruchsteinmauern erreicht man den Vorplatz. Die Platzsituation wird geprägt von der repräsentativen Turmfassade. Der Westturm ist halb in das Kirchenhaus eingestellt, seitlich wird er flankiert von Treppentürmen und offenen Vorhallen. Den Außenbau prägen neben dem rustikal und zugleich malerisch wirkenden Mauerwerk aus rötlich-braunem Ruhrsandstein die meist schlitzartigen Fensteröffnungen."
Im März 1925 hatte die Gemeinde nach Plänen des evangelischen Kirchenarchitekten Karl Siebold, damals auch Leiter des Provinzialkirchlichen Evangelischen Bauamtes in Bielefeld, mit dem Bau des Gotteshauses begonnen. Nachdem der Bau wegen fehlender Mittel zeitweiligen unterbrochen war, konnte mit Unterstützung der Zeche Constantin weiter gebaut werden, so dass die Erlöserkirche im Juli 1927 eingeweiht wurde. Seitdem ist sie das größte Kirchengebäude der Stadt.
"Die Gestaltung bezeugt mit ihren historischen Formen die eigenständige Entwicklung des Architekturstiles Karl Siebolds vom reinen Historismus der Jahrhundertwende zur Einbeziehung expressionistischer Tendenzen der 1920er Jahre. Zugleich ist die Erlöserkirche auch eines der wichtigsten evangelischen Kirchengebäude der Zwischenkriegszeit in Westfalen", erklärt Ochsmann.
Die Sanierungsarbeiten begannen 2005. Im ersten Bauabschnitt wurden sämtliche Dachlatten erneuert und die komplette Dachfläche mit naturroten Tonziegeln neu eingedeckt. In weiteren Bauabschnitten wurden die Turmfassaden und die Fassaden des Kirchenschiffes instand gesetzt. Fast alle Fugen wurden ausgearbeitet und erneuert. Lose Schalenbildungen des Ruhrsandsteins wurden entfernt und bis zum gesunden Kern zurückgearbeitet. Dabei wurden die geschädigten Steine nach Möglichkeit aufgearbeitet.
In einem weiteren Bauabschnitt wurde die Freitreppenanlage saniert, die den Zugang von der Frauenlobstraße zum Hauptportal der Kirche bildet. Neben den Spendengeldern, die der Förderverein aufbrachte, stellten die Denkmalförderung des Landes NRW und ergänzende Mittel der Deutschen Stiftung Denkmalschutz die Finanzierung sicher.


