Erste evangelische Sekundarschule in NRW
In Breckerfeld wurde die Gründung zwischen Stadt und Landeskirche besiegelt

Dr. Wolfram von Moritz (links) und Bürgermeister Klaus Baumann bei der Vertragsunterzeichnung. Foto: EKvW
BRECKERFELD/WESTFALEN - Die erste evangelische Sekundarschule Nordrhein-Westfalens wird mit dem Schuljahr 2012/13 in Breckerfeld ihren Betrieb aufnehmen. Am Montag (19.12.) haben die Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW) und die Stadt Breckerfeld eine entsprechende Vereinbarung getroffen.
Die bisherige St. Jacobus-Schule, eine Realschule in evangelischer Trägerschaft, und die städtische Hauptschule werden in der „St. Jacobus-Schule - Evangelische Sekundarschule Breckerfeld“ aufgehen. Die neue vierzügige Schule ist zunächst in der St. Jacobus-Realschule untergebracht. Nach und nach wird sie auch in das angrenzende Gebäude von Grund- und Hauptschule hineinwachsen.
Die Sekundarschule ist eine Ganztagsschule mit Unterricht an drei Nachmittagen, an den anderen Nachmittagen gibt es freiwillige Angebote. Die Mensa der St. Jacobus-Schule wird ausgebaut. Alle Kinder lernen in den Jahrgangsstufen 5 und 6 gemeinsam. Von Klasse 7 bis 10 bietet die neue Schule einen gymnasialen Bildungsgang an und kooperiert mit einem Gymnasium in der Nachbarschaft.
Bildung und Erziehung auf der Grundlage eines christlichen Menschenbildes
Landeskirchenrat Dr. Wolfram von Moritz (Bielefeld) sieht eine besondere Chance darin, „dass dann in Zukunft die Grundschule und die Sekundarschule mit ihren Jahrgängen 5 und 6 unter einem Dach und gut aufeinander abgestimmt arbeiten können“. Breckerfelds Bürgermeister Klaus Baumann: „Es ist für unsere Stadt gut, dass diese Schule Bildung und Erziehung auf der Grundlage eines christlichen Menschenbildes anbietet. Wir sind gemeinsam mit der Landeskirche dem biblischen Motto gefolgt: Suchet der Stadt Bestes! Ich glaube, unser Suchen hatte Erfolg.“
Hauptschule hat in der Vergangenheit sehr gute Arbeit geleistet
Denn für die Stadt Breckerfeld und für ihre Kinder und Jugendlichen bedeute die neue Schule dauerhaft ein attraktives weiterführendes Angebot, das alle Abschlüsse möglich macht, so der Bürgermeister weiter: „Die Hauptschule hat in der Vergangenheit sehr gute Arbeit geleistet. Diese Arbeit wird nun unter dem Dach der Sekundarschule gebündelt. Insofern erhalten alle Schüler die Chance zu einem guten Bildungsabschluss. Die Sekundarschule ebnet den Weg zum Gymnasium – deshalb werden mehr Kinder, die das Abitur anstreben, bis Klasse 10 in Breckerfeld bleiben.“
Präses Buß: Beitrag zu mehr Bildungsgerechtigkeit
Vorausgegangen waren jahrelange Überlegungen mit dem Ziel, den Kindern in Breckerfeld ein längeres gemeinsames Lernen zu ermöglichen. „Was lange währte, wird jetzt sehr gut“, sagt dazu Präses Alfred Buß: „Die neue Sekundarschule ist ein Beitrag zu mehr Bildungsgerechtigkeit. Ich freue mich, dass nun eine Schule für alle Breckerfelder Kinder endlich Wirklichkeit wird. Der Düsseldorfer Schulfrieden, die starke konzeptionelle Vorarbeit der St. Jacobus-Schule und eine neue Qualität der Zusammenarbeit von Stadt und Kirche haben dies erst möglich gemacht.“
Bildungsdezernent von Moritz räumt ein, dass es angesichts der neuen attraktiven Schule in Breckerfeld in manchen Nachbarkommunen ein Unbehagen gebe. Er erklärt dazu: „Natürlich freuen wir uns, wenn die evangelische Sekundarschule auch in der Umgebung angenommen wird.“ Die Sekundarschule werde aber auch dazu führen, „dass in Zukunft weniger Kinder als bisher aus den umliegenden Kommunen jeden Morgen nach Breckerfeld zur Schule fahren und umgekehrt.“


