Engagierter Vermittler zwischen Kirche und Arbeitswelt
Der engagierte Sozialethiker Günter Brakelmann wird 80
BOCHUM - Der evangelische Theologe und Sozialethiker Günter Brakelmann wird am Samstag (3. September) 80 Jahre alt. Brakelmann, von 1972 bis zu seiner Emeritierung 1996 Professor für Christliche Gesellschaftslehre an der Ruhr-Universität Bochum, gilt als engagierter Vermittler zwischen Kirche und Arbeitswelt. Bekannt wurde der in Bochum geborene Wissenschaftler durch seine Arbeiten zur sozialen Frage im 19. Jahrhundert und seine Forschungen zur Kirche in der Zeit des Nationalsozialismus.
Daneben hat Brakelmann zahlreiche Ehrenämter übernommen. So war er unter anderem Mitglied der Sozialkammer der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Grundwerte-Kommission der SPD. Von 1984 bis 1999 leitete er neben seiner Lehr- und Forschungsarbeit das Sozialwissenschaftliche Institut der EKD in Bochum.
Medienpolitische Verantwortung übernahm Brakelmann im Rundfunk- und später im Verwaltungsrat des WDR sowie im Rahmen des ARD-Programmbeirats. Seine hohe ökonomische und sozialethische Kompetenz zeigt sich auch an seiner Berufung zum elften neutralen Mitglied in die paritätisch mitbestimmten Aufsichtsräte der Krupp Hohenlimburg AG, der Krupp-Edelstahl-Profile AG Siegen und der Salzgitterstahl AG.
Nach seinem Hochschul-Abschied im Jahr 1996 konzentrierte sich Brakelmann in seinen wissenschaftlichen Arbeiten auf die Erforschung der Zeit des Nationalsozialismus. Verstärkt wandte er sich dem Verhältnis von Juden und Christen aus historischer Sicht zu. Daneben gilt er als profilierter Förderer der Kirchengeschichtsforschung im Ruhrgebiet.
Sein Studium der evangelischen Theologie absolvierte Brakelmann in Bethel, Tübingen und Münster. Nach den ersten Stationen im Sozialamt der Evangelischen Kirche von Westfalen in Schwerte-Villigst und als Berufsschul- und Studentenpfarrer in Siegen wurde er 1962 Dozent an der Evangelischen Sozialakademie in Friedewald und von 1968 bis 1970 wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Münster. 1972 erhielt er den Ruf auf den Lehrstuhl für christliche Gesellschaftslehrer an der Evangelisch-theologischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum. (epd)


