Ein Hilfsmittel, kein Heilsversprechen
Neues Kirchliches Finanzmanagement wird in Iserlohn/Lüdenscheid und Münster erprobt
ISERLOHN/LÜDENSCHEID/MÜNSTER - Drei Kirchenkreise haben sich als Piloten auf den Weg gemacht: in Iserlohn, Lüdenscheid und Münster wird zurzeit das "Neue Kirchliche Finanzmanagement" (NKF) erprobt.
„NKF ist kein Heilsversprechen, sondern ein Hilfsmittel“, stellte Dr. Arne Kupke, der im Bielefelder Landeskirchenamt die Kirchensteuerstelle leitet, vor der Synode des Kirchenkreises Iserlohn klar. So führe NKF leider nicht dazu, dass mehr Geld da sei, sondern dazu, einen genaueren Blick auf die zur Verfügung stehenden Finanzen zu haben, als es bisher mit dem System der Kameralistik möglich war. Sie war eine Art des Rechnungswesens, die in der staatlichen Verwaltung genutzt wurde und bislang auch in den Kirchenämtern zum Einsatz kam.
„In den Kommunen wurden auf Beschluss der Politik hin über Jahrzehnte Ausgaben mit Schulden gegenfinanziert“, verglich Kupke staatliches und kirchliches System. Das Neue Kirchliche Finanzmanagement sei nun die Chance, ein eigenes, auf die kirchlichen Bedürfnisse zugeschnittenes Rechnungswesen einzuführen, das in Zeiten knapper Gelder hilft, besser den Überblick über die zur Verfügung stehenden Mittel zu behalten.
„Der Begriff des Pilotprojekts hat nichts mit Flugzeugpiloten zu tun“, erläuterte Dr. Kupke. „Er basiert viel mehr auf dem englischen Wort ‚pilot’, zu Deutsch Lotse.“ Er dankte dem Kirchenkreis nachdrücklich für seine Bereitschaft, gemeinsam mit dem Bielefelder NKF-Projektbüro durch die Einführungszeit zu steuern, „denn natürlich ist diese Zeit mit Ärger, Arbeit und Richtungsentscheidungen verbunden“. Das Projektbüro danke es dem Kirchenkreis mit besonders enger Begleitung und erinnerte daran, dass darin eine Chance liege.
Kern des neuen Systems ist eine andere Abbildung der Finanzen in den Büchern, die von den Zielen hin zu den dafür nötigen Mitteln kommt.



