Diakonisches Jahr ist Familiensache
Großes Wiedersehen beim Ehemaligentreffen des Freiwilligen Sozialen Jahres

Herzlich Willkommen im Diakonischen Jahr: Rund 90 Freiwillige nutzten die Gelegenheit zum gegenseitigen Austausch. Foto: Maja Schültingkemper
HAGEN/WESTFALEN - Vertraute Gesichter und das Gefühl nach Hause zu kommen, das war die Stimmung mit der die rund 90 ehemaligen Freiwilligen am Samstag in Hagens Jugendherberge eintrafen um gemeinsam das Ehemaligentreffen des Diakonischen Jahres am Wochenende (12. und 13. März 2011) zu erleben. Ehemalige Diakonische Helferinnen und Helfer im Alter zwischen 73 und 19 Jahren nutzten die Stunden, um sich über ihre Zeit des Diakonischen Jahres auszutauschen und wie es ihnen in der Zwischenzeit ergangen ist.
Die gemeinsame Erfahrung verbindet
Für viele bedeutete das Treffen, vertraute und liebgewonnene Menschen wiederzutreffen, die die gleiche Erfahrung gemacht haben: ein Jahr lang für andere da zu sein. Selbst jene, die sich vorher noch nie begegnet waren, erlebten ein Gefühl der Verbundenheit. Henrike Pinkal aus dem Jahrgang 2009 dazu: „Es ist schon erstaunlich, dass sich eigentlich fremde Menschen so offen begegnen und man das Gefühl hat, etwas gemeinsam zu haben“.
Alle Anwesenden wussten, wie es ist, sich grundlegend auf etwas ganz Neues einzustellen, sich in einem Team für andere Menschen verantwortlich zu fühlen, Erfahrungen der Selbständigkeit zu machen und an einer Aufgabe zu wachsen. Der Einsatz im sozialen Bereich hat viele gelehrt, sich selber mehr zuzutrauen und auch mit schwierigen Situationen souverän umgehen zu können. Viele hat dieses Erleben bis heute tief geprägt und ist eine Bereicherung für den gesamten weiteren Lebensweg, weit über eine berufliche Orientierung hinaus.
Eine Familiensache
Nicht nur gefühlt hatten es die Teilnehmenden des Wochenendes mit einer Familienangelegenheit zu tun. Tatsächlich sind ganze Familien mit dem Diakonischen Jahr eng verbunden. Unter diesen Vorzeichen hat auch Familie Keller das Treffen besucht. Dieter und Erika Keller lernten sich während ihres freiwilligen Einsatzes 1966 in Bethel kennen und lieben. Heute sind sie 45 Jahre verheiratet und besuchen das Treffen mit ihrer Tochter Kerstin, die ebenfalls ein Diakonisches Jahr absolviert hat (1992).
Zeit zum Austausch
Genügend Raum für jede Menge Gespräche stand bei dem Treffen deutlich im Mittelpunkt. Was ist alles passiert? Was hat man verpasst? Wie geht es bei den Einzelnen weiter? Diese und viele weitere Fragen waren genauso Gesprächstoff wie die Entwicklungen im Freiwilligen Sozialen Jahr rund um den Wegfall der Zivildienststellen und die Katastrophe in Japan.
Neben den Dialogen sorgten die Workshops Gospel und Kreativ für Unterhaltung. Am Abend bescherte das Improtheater „Die Hottenlotten“ aus Bochum den Teilnehmenden des Treffens etliche Lachattacken und eine ausgelassene Stimmung. Nicht zuletzt der gemeinsame Gottesdienst am Sonntag verdeutlichte die Wurzeln des Diakonischen Jahres, zu dem erstmals vor über 50 Jahren mit den Worten „Ein Jahr für Gott und ein Jahr für den Nächsten“ aufgerufen wurde.
Den Kontakt nicht abreißen lassen
„Uns ist es wichtig den Kontakt zu unseren Ehemaligen zu halten“, so Ute Gerdom, Leiterin des Freiwilligendienstes. Keine leichte Aufgabe. Schließlich seien es schon über 7000 Menschen, die seit der Gründung des Diakonischen Jahres 1958 ein solches absolviert haben. „Aber gerne möchten wir immer wieder Möglichkeiten und Räume zur Verfügung stellen, damit auch der Kontakt unter den Ehemaligen selbst gepflegt werden kann“.
Interessierte an einem Diakonischen Jahr erhalten alle Informationen beim Amt für Jugendarbeit der Evangelischen Kirche von Westfalen, Iserlohner Straße 25 in 58239 Schwerte und über die Internetadresse: www.diakonisches-jahr-westfalen.de


