Diakonie-Experte warnt vor Profil-Verlust in der Diakonie
Starnitzke: Wittekindshof soll Inklusionsförderer werden
BAD OEYNHAUSEN - Fusionen in der Diakonie sieht der Vorstandssprecher der Diakonischen Stiftung Wittekindshof, Dierk Starnitzke, skeptisch. "Ich glaube, dass solche Träger an vielen Stellen nicht mehr sagen können, welches gemeinsame Profil sie haben", sagte Starnitzke in Bad Oeynhausen in einem epd-Gespräch. Das gehe auf Kosten der Motivation der Mitarbeiterschaft und der Außenwahrnehmung des jeweiligen diakonischen Profils, warnte er.
Auch bezweifelt Starnitzke, dass größere Organisationen sich am konkurrierenden Markt der Sozialanbieter besser behaupten können. Gerade größere diakonische Träger bekämen zunehmend wirtschaftliche Schwierigkeiten und auch Steuerungsprobleme.
Die Diakonische Stiftung Wittekindshof, die in diesem Jahr ihre Gründung vor 125 Jahren feiert, strebe stattdessen stärkere Kooperationen mit ortsansässigen Trägern an, führte Starnitzke aus. Aus der Tradition einer diakonischen Anstalt kommend solle die Stiftung "zu einem mindestens westfalenweit agierenden Inklusionsförderer" werden. Das Stiftungsgelände in Bad Oeynhausen soll dafür als offener Dorf- und Stadtteil weiter entwickelt werden. Das selbstverständliche Miteinander zwischen Menschen mit und ohne Behinderungen sowie mit verschiedener Herkunft, Religion und Alter sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, unterstrich er.
Auf einem Festakt zum Jubiläum am Sonntag sollen unter anderem Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt zur 125-jährigen Geschichte der Stiftung präsentiert werden, wie Starnitzke ankündigte. Die 1887 gegründete Stiftung betreut nach eigenen Angaben mit rund 3.000 Mitarbeitenden mehr als 3.400 Menschen mit Behinderungen in den Regionen Ostwestfalen, Münsterland und im Ruhrgebiet. Sie bietet Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung betreute Wohnmöglichkeiten, Arbeitsplätze und Ausbildungen an. Dazu kommen Förderplätze in Kindertagesstätten und Schulen. (epd/Holger Spierig)



