Chancen für Gemeindeaufbau nutzen
Westfälische Jugendkammer unterstreicht die Bedeutung der Offenen Arbeit

Die Angebote der Offenen Arbeit eröffnen Räume, um Freunde zu treffen und zugleich nach dem Sinn des Lebens zu fragen. Foto: Amt für Jugendarbeit
SCHWERTE - Die Jugendkammer der Evangelischen Kirche von Westfalen beobachtet mit Sorge, dass Kirchengemeinden aus finanziellen Gründen ihre Offene Kinder- und Jugendarbeit „einsparen“. Das Gremium plädiert deshalb dafür, die Chancen der Offenen Arbeit nicht leichtfertig aus der Hand zu geben, sondern aktiv für den Gemeindeaufbau zu nutzen.
Refinanzierung nicht verschenken
Bei den Überlegungen von Kirchengemeinden, die Offene Arbeit zu streichen, werde häufig übersehen, dass durchschnittlich 70 Prozent der Personal- und Sachkosten, die durch die Offene Arbeit entstehen, öffentlich refinanziert werden. Diese hohe „Refinanzierung“ der hauptberuflichen Mitarbeitenden werde verschenkt. Die Jugendkammer hält dies für einen Irrweg, der zudem die Chancen, die in diesem Arbeitsfeld für den Gemeindeaufbau liegen, verkennt.
Chance für Gemeindeaufbau
Offene Arbeit, die zurzeit von rund 240 Einrichtungen in evangelischer Trägerschaft wahrgenommen wird, ist eine sinnstiftende Antwort auf die Lebenssituation und Lebenswelt junger Menschen, so die Jugendkammer. Angesichts der spirituellen Bedürfnisse der Jugendlichen böte sie einen Ort für spirituelle Experimente und daraus wachsende Glaubenserfahrungen, die von liebevoller Annahme und persönlicher Wertschätzung geprägt seien.
Dies schließe jedoch ein, dass Christinnen und Christen, auch die hauptamtlich Mitarbeitenden, ihren Glauben nicht verstecken. Das Reden von Gott und Jesus Christus sollte von persönlichen Glaubenserfahrungen geprägt sein, da nur authentische Zeugnisse in der heutigen Zeit verstanden würden.
In dem Alltag einer Freizeitstätte böten sich immer wieder ungezwungene Anknüpfungspunkte für Gespräche über den eigenen Glauben an, erklärte die Jugendkammer. Oft fragten Jugendliche die Mitarbeitenden des Hauses nach deren Motivation zur Arbeit. Daraus könne sich ein Gespräch über Glaubens- oder Religionsfragen auch mit Bezug zum Alltag der Jugendlichen entwickeln.
Zudem ergäben sich besondere Anlässe zur religiös geprägten Reflexion und für spirituelle Angebote. Durch solche Ansätze könne eine Kirchengemeinde klare evangelische Akzente setzen, die bis in die Gesellschaft hinein strahlten. Statt im Bereich der Offenen Arbeit zu kürzen gelte es, evangelische Inhalte durch qualifiziertes gemeindepädagogisches Personal aktiv einzubringen und umzusetzen.
Die Jugendkammer ist das höchste beschlussfassende Gremium der Evangelischen Jugendarbeit in Westfalen.
Die Stellungnahme im Wortlaut


