16.02.12, Kategorie: Aktuelle Nachrichten, Landeskirche, epd

Buß: Ökumene derzeit "nicht einfach"

Westfälischer Präses hat wenig Hoffnung auf Fortschritte in der Ökumene

Präses Alfred Buß. Foto: EKvW

Präses Alfred Buß. Foto: EKvW

MÜNSTER - Der westfälische Präses Alfred Buß hat derzeit wenig Hoffnung auf Fortschritte in der Ökumene. "Es ist nicht ganz einfach im Moment", sagte der leitende Theologe der Evangelischen Kirche von Westfalen der in Münster erscheinenden katholischen Wochenzeitung "Glaube und Leben" (Ausgabe 19. Februar). Fragen wie ein gemeinsames Abendmahl zwischen Protestanten und Katholiken würden nicht angegangen, weil aus katholischer Sicht die Konfessionen im Kirchen- und im Amtsverständnis zu weit auseinander lägen.

Zudem tue es weh, wenn der im Vatikan für die Einheit der Christen zuständige Kardinal Kurt Koch erkläre, die evangelische Kirche habe sich von 1.500 Jahren Kirchengeschichte gelöst, beklagte der 64-jährige Theologe. "Aus dieser Logik heraus sind wir dann auch keine Schwesterkirche, und es ist schwer in der Ökumene, wenn man uns nicht auf Augenhöhe sieht." Ein Besuch beim "Ökumene-Minister" Koch im Vatikan im vergangenen Jahr sei desillusionierend gewesen: "Er hat uns deutlich gemacht, dass sich aus seiner Sicht im Verhältnis zur evangelischen Kirche auf absehbare Zeit nichts ändern wird."

Buß sprach sich dafür aus, "vor Ort möglich zu machen, was geht, weil wir zur Einheit gerufen sind." Eine Möglichkeit seien ökumenische Zentren: "Wir können es uns gar nicht mehr erlauben, alle Gebäude zu unterhalten, und sollten uns deshalb fragen, ob in einem Ort ein katholisches und ein evangelisches Gemeindezentrum nebeneinander bestehen müssen." (epd)


 
 
 
 
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