08.09.11, Kategorie: Aktuelle Nachrichten, Diakonie

Bethel "weitgehend zufrieden"

Geplantes Kinderhospiz sorgte für Spendenrekord

Pastor Dr. Johannes Feldmann, Pastor Ulrich Pohl und Dr. Rainer Norden (von links) präsentieren den aktuellen Jahresbericht. Foto: Bethel

Pastor Dr. Johannes Feldmann, Pastor Ulrich Pohl und Dr. Rainer Norden (von links) präsentieren den aktuellen Jahresbericht. Foto: Bethel

BIELEFELD - Die v. Bodelschwinghschen Stiftung Bethel haben im vergangenen Jahr ein Plus von rund 8,6 Millionen Euro erwirtschaftet. Insgesamt sei die wirtschaftliche Entwicklung des größten diakonischen Unternehmens in Europa "weitgehend zufriedenstellend", sagte Bethel-Chef Ulrich Pohl am Mittwoch in Bielefeld. Die Gesamterträge 2010 betrugen nach seinen Worten rund 905 Millionen Euro und lagen damit 3,5 Prozent höher als 2009.

Mit 24,3 Millionen konnte Bethel zudem das bisher höchste Spendenaufkommen in seiner Geschichte verzeichnen. Pohl führte dieses Ergebnis im Wesentlichen auf die hohe Spendenbereitschaft für das Kinderhospiz in Bethel zurück, das im Frühjahr 2012 eröffnet werden soll.

Wie der neue Finanzvorstand Rainer Norden erläuterte, plant das Diakonieunternehmen in diesem Jahr Investitionen in einer Größenordnung von 70 Millionen Euro. Wie schon 2010 sollen auch im laufenden Geschäftsjahr allein zehn Millionen in das Evangelische Krankenhaus Bielefeld (EvKB) investiert werden, kündigte Norden an. Das bundesweit größte evangelische Krankenhaus verbuchte 2010 im zweiten Jahr in Folge wieder schwarze Zahlen und schloss mit einem Plus von 2,8 Millionen Euro ab.

Als Problem bezeichnete der Finanz-Vorstand eine unzureichende Refinanzierung im Krankenhausbereich, mit der sich insbesondere die Personalkosten nicht decken ließen. Mit ähnlichen Schwierigkeiten rechne er auch in der Alten- und Behindertenhilfe aufgrund des Drucks, unter dem die öffentlichen Haushalte stehen.

Als besondere Herausforderung für die Zukunft nannte Bethel-Chef Pohl die zunehmende Zahl älter werdender Menschen mit Behinderung sowie älterer Menschen, die behindert werden. Zwar unterstütze er das Modell der quartiernahen Versorgung, stationäre Einrichtungen halte er aber auch in Zukunft für erforderlich. Heute würden 80 Prozent der pflegebedürftigen Menschen zu Hause von Familienangehörigen versorgt, sagte Pohl. Doch er bezweifle, dass das in 20 Jahren auch noch so aussehen werde.

Schwierigkeiten bei der Versorgung älterer Menschen werde es wahrscheinlich weniger in Ballungszentren als vielmehr vor allem im ländlichen Bereich geben, ergänzte Johannes Feldmann, im Bethel-Vorstand neu für den Schwerpunkt Altenhilfe zuständig. Negativ auf den Pflegebereich wirkt sich nach seinen Worten zudem die mit Einführung der Fallpauschalen verkürzte Verweildauer in Krankenhäusern aus.

Mit rund 20.000 Plätzen für behinderte, kranke, alte und sozial schwache Menschen gelten die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel als größtes diakonisches Werk Europas. Die Stiftungen, zu denen im vergangenen Jahr Lobetal als vierte Stiftung neben Bethel, Sarepta und Nazareth dazu kam, sind an 250 Standorten in sechs Bundesländern vertreten. Die Zahl der Beschäftigten stieg um etwa 500 gegenüber 2009 auf rund 15.700. (epd)



 
 
 
 
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