Ambulante Pflege muss ausreichend finanziert werden
Pflegedienste sehen sich in ihrer Existenz bedroht

Professor Margot Käßmann warb im Rahmen ihrer Andacht dafür, professionelle Pflege und ehrenamtliches Engagement stärker zu verbinden. Mit auf dem Foto (von links): Frauke Bußkamp (Diakonie RWL), Reinhard Quellmann (Vorsitzender des Fachverbandes Ambulante Pflege für NRW) und Ulrich Christofczik. Foto: Diakonie RWL
MÜNSTER/WESTFALEN - „Die dauerhafte Unterfinanzierung der ambulanten Pflege führt dazu, dass viele Pflegedienste mit dem Rücken zur Wand stehen. Die Rahmenbedingungen blockieren eine angemessene Versorgung der Pflegebedürftigen.“ Das sagte Ulrich Christofczik, Geschäftsbereichsleiter der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe auf einer Fachtagung der Diakonie RWL.
Seit Jahren seien die Entgelte in der ambulanten Pflege nicht leistungsgerecht gestiegen. Die tarifgebundenen Personalkosten könnten nicht mehr aufgebracht werden. Viele ambulante Pflegedienste, die das Leben von Pflegebedürftigen zu Hause unterstützen, fürchteten perspektivisch um ihre Existenz. Der Rationalisierungsdruck müsse aufgehalten werden, damit ambulante Einrichtungen auf dem Markt bestehen könnten und sich nicht aus dem Arbeitsfeld zurückzögen, so Christofczik.
Dabei steige die Zahl der Pflegebedürftigen schon heute und diese Entwicklung setzt sich in den nächsten Jahrzehnten ungebrochen fort. Christofczik: „Mehr als zwei Drittel aller Pflegebedürftigen werden zu Hause versorgt. Die Zahl der Pflegebedürftigen insgesamt steigt bis 2030 um fast 50 Prozent.“
Die Pflege durch Familienangehörige werde zunehmend durch professionelle Pflege ersetzt. Neue Formen der ambulanten Versorgung, wie ambulant betreute Wohngruppen, würdenden dringend gebraucht. Gute Ideen scheiterten oft an zu hohen Kosten und bürokratischen oder vertraglichen Hürden. „Wir müssen den Wert der Pflege mitten in den gesellschaftlichen Diskurs bringen“, so Christofczik.
Die Forderungen des Fachverbandes (pdf)


