12.04.11, Kategorie: Aktuelle Nachrichten, Kirchenkreise

340.000 Anrufe in 25 Jahren

Jubiläum: 25 Jahre Ökumenische Telefonseelsorge Paderborn

Laden ein zum Jubiläumsgottesdienst „25 Jahre Ökumenische Telefonseelsorge Paderborn“: (v.l.) Leiterin Monika Krieg, stellv. Leiterin Pfarrerin Monika Dinger und die stellv. Kuratoriumsvorsitzende Superintendentin Anke Schröder. Foto: EKP/Heide Welslau

Laden ein zum Jubiläumsgottesdienst „25 Jahre Ökumenische Telefonseelsorge Paderborn“: (v.l.) Leiterin Monika Krieg, stellv. Leiterin Pfarrerin Monika Dinger und die stellv. Kuratoriumsvorsitzende Superintendentin Anke Schröder. Foto: EKP/Heide Welslau

PADERBORN/KREIS HÖXTER/LIPPSTADT - „Trotz der ständig wachsenden Kommunikationsmöglichkeiten gibt es immer mehr Menschen, die niemanden haben, dem sie sich mit ihren Problemen, Belastungen, Sorgen und Unsicherheiten anvertrauen können“. Das sagt Monika Krieg, Leiterin der Ökumenischen Telefonseelsorge Paderborn, die in diesem Jahr ihr 25-jähriges Jubiläum feiert.

Seitdem befindet sie sich in Trägerschaft der katholischen Kirche mit evangelischer Beteiligung und ist in dieser Situation eine wichtige Anlaufstelle. Die TS nimmt eine verlässliche öffentliche und gesundheitspolitische Funktion wahr. Besonders seit der Übernahme der Telefonkosten durch die Deutsche Telekom im Juli 1997 verzeichnet die TS Paderborn steigende Anruferzahlen. In 25 Jahren waren es insgesamt rund 340.000 Anrufe.

Anruferzahlen haben sich verdreifacht

Die Einführung der bundeseinheitlichen Rufnummern (0800 1110111 und 0800 1110222), die Kostenfreiheit aller Anrufe und die Regionalisierung führten dazu, dass sich auch in Paderborn die Anruferzahlen mehr als verdreifacht haben. Die eingegangenen Anrufe stiegen von 5.100 im Jahr 1987 auf 23.500 Anrufe im vergangenen Jahr.

Die Probleme, über die die Anrufer sprechen, sind in den letzten 25 Jahren hingegen gleich geblieben: In 20 Prozent der Gespräche geht es um Ehe- und Partnerschaftsprobleme. Zusammen mit den Themen Familie und Verwandtschaft machen Beziehungsthemen rund 40 Prozent der Gespräche aus, 10 Prozent handeln von Sinnsuche, nur 0,1 bis 0,2 Prozent von religiösen Themen und 2 Prozent sind reine Informationsanrufe. Suizidprophylaxe macht bei der TS Paderborn circa 3 Prozent aus (1 Anruf pro Tag). Zugenommen hat dagegen die Anzahl der so genannten Scherzanrufe durch Kinder und Jugendliche, die die Leitung blockieren.

65 aktive Ehrenamtliche

Als die Ökumenische Telefonseelsorge Paderborn am 14. April 1986 um 7 Uhr morgens ihre Arbeit aufnahm, gab es 58 ausgebildete Ehrenamtliche, die den 24-stündigen Dienst rund um die Uhr ermöglichten. Zurzeit sind es 65 Aktive im Alter zwischen 25 bis 75 Jahren (davon 10 Prozent Männer). Sie haben sich zum Schweigen über das Gehörte verpflichtet, bleiben anonym und garantieren den Anrufern Anonymität. Nach ihrer anderthalbjährigen Ausbildung in Gesprächsführung und Selbsterfahrung haben sie sich verpflichtet, an Fortbildungen und Supervision teilzunehmen sowie mindestens zwei Jahr lang in der TS Paderborn aktiv zu sein. Die meisten bleiben länger: fünf bis zehn Jahre.

Das Ehrenamt umfasst vier Stunden in der Tagschicht dreimal pro Monat und eine achtstündige Nachtschicht alle fünf bis sechs Wochen. „Gehörten früher Frauen mittleren Alters nach ihrer akuten Familienphase zu den typischen TS-Mitarbeitern, sind heute auch viele junge Frauen dabei, die die Babypause nutzen, um sich weiter zu qualifizieren und eine gesellschaftliche wertvolle und notwendige Arbeit zu tun“, informiert Monika Dinger. Sie freut sich darüber, dass bisher immer ausreichend Ehrenamtliche gefunden werden konnten.

Neue Medien nutzen

Neue Medien und Kommunikationswege bedeuten für die TS neue Herausforderungen: So gibt es bereits seit September 2004 eine kleine Gruppe unter den Ehrenamtlichen, die die Seelsorge per E-Mailberatung übernommen hat. „Die Mail- und Chatberatung wird sich weiter ausbilden müssen“, blickt Monika Dinger in die Zukunft.

„Das Jubiläum ist für uns vor allem ein Dank an die Mitarbeitenden“, so die Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Paderborn, Anke Schröder: „Ohne das Ehrenamt wäre die Arbeit der Telefonseelsorge nicht möglich.“ „Wir stellen eine Pfarrstelle zur Verfügung sowie 30 Prozent der Sachkosten“, teilt die stellvertretende Kuratoriumsvorsitzende mit. Stellvertretende Leiterin der Ökumenischen TS Paderborn ist seit 23 Jahren die evangelische Pfarrerin Monika Dinger. Leiterin auf katholischer Seite ist Monika Krieg. Beide koordinieren, bilden aus und tun auch selbst Dienst am Telefon.
     
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