Evangelische Kirche von Westfalen

Evangelisch in Westfalen: Glauben aus gutem Grund.

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Kirche in Westfalen vor der Reformation

Der Marienaltar des Konrad von Soest in Dortmund

Früheste Zeugnisse christlichen Lebens im westfälischen Raum gehen auf die Zeit vor der Zwangschristianisierung durch Karl den Großen zurück. Im Gefolge der fränkischen Eroberungspolitik entstanden im 9. Jahrhundert in den vier neu gegründeten westfälischen Bistümern Minden, Münster, Osnabrück und Paderborn viele Pfarrkirchen, von denen nicht wenige in der Reformation evangelisch wurden. Unter dem Einfluss zahlreicher Klöster und Stifte, darunter viele Frauenkonvente, entwickelte sich im hohen Mittelalter eine reiche religiöse Volkskultur. Der Marienaltar des Konrad von Soest in Dortmund oder die Soester Wiesenkirche mit ihren Glasfenstern und Altären gehören zu den Spitzenwerken der europäischen Kunst des 14. und 15. Jahrhunderts.

Die Reformation in Westfalen

Martin Luther
Johannes Calvin

Obwohl die Reformatoren Martin Luther und Johannes Calvin niemals westfälischen Boden betraten, haben ihre Gedanken das kirchliche Leben in Westfalen stark beeinflusst. Seit 1524 waren in westfälischen Städten reformatorische Predigten zu hören. Luther stand in brieflichem Kontakt mit Soest, Herford und Münster. Impulse zur Entstehung reformatorischer Gemeinden gaben Gerd Oemeken in Soest und Nikolaus Krage in Minden. Calvinische Einflüsse kamen über die Niederlande nach Westfalen. Auf westfälischem Boden entstanden so lutherische und reformierte (in der Tradition Calvins stehende) Gemeinden.

Um 1600 war die Reformation in Westfalen weitgehend abgeschlossen. Einige Gebiete waren überwiegend reformiert (z. B. Siegen, Tecklenburg, Wittgenstein), andere lutherisch geprägt (z. B. Grafschaft Mark, Grafschaft Ravensberg), andere Gebiete blieben katholisch oder wurden durch rigorose Eingriffe re-katholisiert. In der Grafschaft Mark entstanden für das lutherische wie für das reformierte Bekenntnis presbyterial-synodale Kirchenleitungen.

Religionsfrieden

Urkunde "Westfälischer Frieden" (1648)

Seit dem Augsburger Religionsfrieden von 1555 konnten die Landesherren in Deutschland festlegen, ob ihre Untertanen katholisch oder lutherisch sein sollten. Die Herzöge von Jülich, Cleve und Berg, die in Westfalen die Grafschaften Mark und Ravensberg besaßen, blieben beim alten Glauben. Sie erlaubten aber in ihren Territorien die Bildung reformatorischer Gemeinden, die sich ohne direkte obrigkeitliche Bevormundung relativ selbstständig entwickelten.

In diesen Entwicklungen liegen Wurzeln des später für ganz Westfalen charakteristischen presbyterial-synodalen Systems. Auch Anhänger Zwinglis und Calvins, die 1555 vom Religionsfrieden ausgeschlossen worden waren, bildeten damals in Westfalen selbstständige Gemeinden. Erst der Westfälische Frieden von Münster und Osnabrück 1648 führte zur reichsrechtlichen Gleichstellung der Reformierten mit Katholiken und Lutheranern.

Die Präsides seit 1946

Präses Annette Kurschus. Foto: EKvW

1946 - 1949
Karl Koch

1949 - 1968
Ernst Wilm

1969 - 1977
Dr. h.c. Hans Thimme

1977 - 1985
Dr. Heinrich Reiß

1985 - 1996
Dr. h.c. Hans-Martin Linnemann

1996 - 2004:
Manfred Sorg

2004 - 2012:
Dr. h.c. Alfred Buß

seit 2012:
Annette Kurschus

Herrnhuter Losungen

Seid nicht halsstarrig, sondern gebt eure Hand dem HERRN und kommt zu seinem Heiligtum.
2.Chronik 30,8

Philippus findet Nathanael und spricht zu ihm: Wir haben den gefunden, von dem Mose im Gesetz und die Propheten geschrieben haben, Jesus, Josefs Sohn, aus Nazareth. Und Nathanael sprach zu ihm: Was kann aus Nazareth Gutes kommen! Philippus spricht zu ihm: Komm und sieh es!
Johannes 1,45-46

Losung für den 24. 7. 2014

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