Nur eine Gegenstimme
Synode des Kirchenkreises Dortmund-Mitte-Nordost stimmt als erste für Groß-Kirchenkreis Dortmund

Die Kreissynode Dortmund-Mitte-Nordost hat der geplanten Vereinigung der Kirchenkreise in Dortmund und Lünen zugestimmt. Foto: VKK
DORTMUND - Als Erste hat die Synode des Kirchenkreises Dortmund-Mitte-Nordost die Vereinigung zu einem Kirchenkreis Dortmund und Lünen mit einer überwältigenden Mehrheit bei nur einer Gegenstimme beschlossen. Der Name wird „Evangelischer Kirchenkreis Dortmund“ sein. Die Synoden der Kirchenkreise Dortmund-West, Dortmund-Süd und Lünen werden darüber in den kommenden Wochen abstimmen. Geplanter Zeitpunkt des Zusammenschlusses ist das Jahr 2014.
Der künftige Kirchenkreis soll demnach rund 225.000 Mitglieder umfassen und damit den größten Kirchenkreis innerhalb der westfälischen Landeskirche bilden, so Superintendent Paul-Gerhard Stamm. Nachdem die Fusion am Veto der Kreissynode Dortmund-Mitte-Nordost im Sommer 2008 gescheitert war, habe nun eine eigens eingesetzte Projektsteuerungsgruppe ein umfassendes Modell entwickelt, in dem die zuvor unklaren Punkte geregelt sind.
Leitung des einen großen Kirchenkreises durch ein Trio
Die Leitung des neuen Kirchenkreises wird durch drei Personen wahrgenommen: ein hauptamtlicher Superintendent bzw. eine Superintendentin solle dabei von zwei stellvertretenden Superintendenten oder Superintendentinnen unterstützt werden. Die Außenvertretung solle durch den hauptamtlichen Superintendenten wahrgenommen werden.
Verschlankung der Strukturen
Die Bildung des neuen Kirchenkreises bedeutet eine Verschlankung der Strukturen. Paul-Gerhard Stamm geht davon aus, dass sich die Anzahl der Mitglieder in den Gremien und Ausschüssen mit Bildung des neuen Kirchenkreises mindestens halbiert und auf etwa 300 sinkt. „Ich hoffe, dass durch diese Verschlankung Kapazitäten für die Arbeit vor Ort frei werden“, so Stamm. „Das wesentliche kirchliche Leben geschieht nah bei den Menschen: in unseren Kirchengemeinden, in einer guten und interessanten Stadtkirchenarbeit, in Seelsorgeangeboten und in unserer Kirchenmusik.“
Eine weitere Besonderheit des Kirchenkreises Dortmund-Mitte-Nordost ist der Treuhandfonds, ein Solidarmodell der Kirchengemeinden. Dieses soll in den neuen Kirchenkreis überführt werden. Die bisher beteiligten Gemeinden werden auch in Zukunft Grundstücke, Gebäude und die dazu gehörenden Rücklagen gemeinsam verwalten. Dazu soll ein Treuhandrat gebildet werden, der sich aus Mitgliedern verschiedener Leitungsgremien – des Kreissynodalvorstandes und der Presbyterien – zusammensetzt. Er soll über die Verteilung der Mittel entscheiden. (Anne-Kathrin Koppetsch)