Evangelische Kirche von Westfalen

Evangelisch in Westfalen: Glauben aus gutem Grund.

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Die Jahreslosung 2010

Jesus Christus spricht: Euer Herz erschrecke
nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich!

Johannes 14,1

Eine Auslegung von Präses Alfred Buß

Alfred Buß, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen. Foto: EKvW

So manches Mal fuhr uns der Schrecken in Herz und Glieder im ablaufenden Jahr. Uns und anderen: Afghanistan; Israel und Palästina; Klimawandel konkret, bei nie da gewesener Dürre in Ostafrika oder Tropenstürmen über den Philippinen; Quelle und Opel (und die „kleinen“ Firmen vor Ort, über die man im Großen nicht spricht); Kinderarmut und Gewalt, Krankheit und Tod... Ein besonderes Schicksal mag Ihnen nachgehen...

Das Herz erschrickt. Immer wieder. Wird aufgewühlt, erschreckt und verwirrt durch das, was ist. Jesus kennt die unruhigen Herzen seiner Jünger. Seinen Tod hat er angekündigt – und sie damit tief erschreckt. Im Garten Gethsemane - so erzählen es die anderen Evangelisten – ist er verzagt bis auf den Grund der Seele. Er bittet den Vater, den Kelch von ihm zu nehmen.

Euer Herz erschrecke nicht! Die Jünger hören die Aufforderung; und noch vor jedem Einwand fährt er fort: Glaubt an Gott und glaubt an mich! Mitten im Erschrecken brauchen sie genau dies: den Grund, dabei zu bleiben. Sie brauchen die Erinnerung an die eigene Glaubensgeschichte und an die Glaubenserfahrungen anderer Menschen.

Sie brauchen die Hoffnung auf Gott, der seinem Volk, seinen Menschen die Treue hält – über alles hinaus. Und sie bekommen noch mehr: Den Parakleten - den Beistand, Anwalt und Tröster, der sie dessen gewiss macht: Ihr seid nicht allein.

Gottes Geist schützt nicht vor der Krise, schützt nicht vor dem Erschrecken – aber er bewahrt davor, ganz in Krisen zu versinken oder im Schrecken zu erstarren. Er hilft nicht, das Schwere zu ignorieren, die Probleme auszublenden, den Schrecken zu leugnen. Vieles bleibt schrecklich. Wer wüsste das besser als Jesus selbst.

Der spricht die Wahrheit aus, die zuvor unausgesprochen und deshalb so beängstigend ist: Er wird hingehen, wohin sie nicht mit ihm gehen können – jedenfalls nicht jetzt. Dieser ausgesprochenen Wahrheit setzt Jesus den Glauben entgegen. Und der kommt aus dem Hören! Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich! Aus, mit und in diesem Glauben macht euch auf den Weg in die Welt! Gebt weiter, was ihr selbst empfangt.

Auch im Jahr 2010 wird sich Glaubenshilfe als Lebenshilfe erweisen, wenn Gemeinden Gottesdienste feiern gegen das Verzagen, wenn evangelische und katholische Kirche die Kulturhauptstadt Ruhr.2010 mit ihren Beiträgen bereichern, wenn wir unseren Bildungsauftrag im Melanchthonjahr nach vorne stellen, wir uns auf das Jahr der Taufe 2011 vorbereiten, wenn Menschen einander beim Ökumenischen Kirchentag in München begegnen... Die Schrecken sind damit nicht überwunden – aber sie werden uns nicht beherrschen.

Auslegung von Pfarrer Klaus Breyer

Hier können Sie sich die Auslegung der Jahreslosung 2010 von Pfarrer Klaus Breyer (Leiter des Instituts für Kirche und Gesellschaft) herunterladen.

Superintendent Klaus Majoress. Foto: Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg

Ich bin Mitglied der Evangelischen Kirche, weil ich in ihr meine Heimat und viele gute Freunde gefunden habe.

Klaus Majoress, Superintendent des Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg

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