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Pfarrer Dietrich Weinbrenner beginnt zum 1. April bei der VEM

Beauftragter für Nachhaltige Textilien

Die Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW) und die Vereinte Evangelische Mission (VEM) bekommen einen Beauftragten für Nachhaltige Textilien: Pfarrer Dietrich Weinbrenner (63), Experte für Indonesien, ist von der westfälischen Kirchenleitung für ein entsprechendes Pilotprojekt bei der VEM freigestellt worden. Er beginnt dort am 1. April.

»Wirtschaft muss dem Leben dienen«, sagt Oberkirchenrat Dr. Ulrich Möller (Bielefeld), der in der westfälischen Landeskirche für globale Beziehungen der Kirchen zuständig ist: »Gesundheit und Leben von Arbeiterinnen und Arbeitern haben absoluten Vorrang vor der Gewinnmaximierung von Unternehmen.« Deshalb ist die EKvW Mitglied im Bündnis für Nachhaltige Textilien, das nachprüfbare soziale und ökologische Verbesserungen in der Wertschöpfungskette von Textilien und Bekleidung erreichen will. Das Bündnis, von Entwicklungsminister Dr. Gerd Müller begründet, hat derzeit 177 Mitglieder. Damit gehört ihm die deutsche Textilwirtschaft zu über 50 Prozent an. Die Position der Kirchen und nichtstaatlichen Organisationen im Bündnis wird nun durch Dietrich Weinbrenner gestärkt.

Die Bündnismitglieder sind aufgerufen, in ihrem je eigenen Bereich die Bündnisziele schrittweise umzusetzen. In der Kirche geht es dabei in erster Linie um die Beschaffung von Textilien. Kirchliche und diakonische Einrichtungen wie zum Beispiel Tagungsstätten oder Krankenhäuser sollen mit auf den Weg genommen werden, textile Beschaffung oder Leasing nach ökologischen und sozialen Kriterien auszurichten.

Dietrich Weinbrenner war schon bisher beim Amt für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung (MÖWe) der EKvW zuständig für den Bereich »ausbeuterische Arbeitsbedingungen«. Seit vielen Jahren hat er immer wieder Recherchen zu diesem Thema durchgeführt. In der globalisierten Textilproduktion werden systematisch Menschen- und Arbeitsrechte verletzt: Die Arbeiterinnen und Arbeiter erhalten meist Löhne unter dem Existenzminimum und werden regelmäßig zu Überstunden gezwungen. Sie arbeiten unter unmenschlichen Bedingungen und in ständiger Gefahr für ihre Sicherheit und Gesundheit. Ihre Arbeitgeber hindern sie daran, sich gewerkschaftlich zu organisieren. Immer wieder kommt es zu tödlichen Unfällen. Die größte Tragödie in jüngster Zeit war der Einsturz des Rana-Plaza-Gebäudes 2013 in Dhaka/Bangladesh, wo 1127 Menschen getötet und 2438 verletzt wurden.

Innerhalb der VEM Kirchengemeinschaft wird Dietrich Weinbrenner auch Anstöße zum Umgang mit unfairen Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie in die Mitgliedskirchen der VEM und die Partnerschaftsgruppen geben.  (Pressemitteilung 23/2017)

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