Über parteipolitisches Schubladendenken hinweg
Gegen Armut: Kirchen und Gewerkschaften ziehen an einem Strang

Alfred Buß besuchte im Kirchenkreis Paderborn auch den Treffpunkt "Unter dem Regenbogen" in Paderborn-Kaukenberg. Dort hatte er Gelegenheit, mit dem Team der Einrichtung zu kickern. Superintendentin Anke Schröder schaut interessiert zu. Foto: Kirchenkreis Paderborn
Das vereinte Engagement von Gewerkschaften und Kirchen - evangelisch und katholisch - gegen soziale Ungerechtigkeit im Raum Paderborn ist vorbildlich und wegweisend. Diese Einschätzung äußerte Präses Alfred Buß, leitender Theologe der Evangelischen Kirche von Westfalen, am Mittwoch (3. März) in Paderborn.
Über parteipolitisches Schubladendenken hinweg hat sich das Bündnis zwischen Kirchen und Deutschem Gewerkschaftsbund zum Ziel gesetzt, ein breites Bewusstsein für den Einsatz gegen Armut in ihren verschiedenen Formen zu schaffen. „Die Herausforderungen, vor denen wir stehen, lassen sich mit den alten ideologischen Mustern nicht bewältigen“, sagte die Paderborner Superintendentin Anke Schröder.
Diakonischen Auftrag mit politischen Forderungen verknüpfen
Astrid Bartols, Vorsitzende des DGB in Ostwestfalen-Lippe, hat den Anstoß zum Bündnis gegeben. Gemeinsam mit Gewerkschaftern wollen katholische und evangelische Christen „den diakonischen Auftrag mit politischen Forderungen verknüpfen“, erklärte Susanne Bornefeld als Sozialbeauftragte des Evangelischen Kirchenkreises Paderborn. Und der Chef des katholischen Dekanats Paderborn, Dechant Benedikt Fischer, ergänzte: „Wir wollen politische Veränderungen, um nicht Almosengeber zu bleiben.“
Arme Kinder sind verhinderte Akteure ihres eigenen Lebens
Präses Buß wies darauf hin, dass der Unterschied zwischen Arm und Reich immer größer wird. Armut dürfe aber nicht auf das Materielle reduziert werden. „Arme Kinder sind verhinderte Akteure ihres eigenen Lebens“, so der Theologe.
Als Ergebnis der 1. Paderborner Sozialkonferenz hatten Kirchen und DGB im Februar 2009 für Stadt und Kreis Paderborn Sozialberichte gefordert, um die Armut und Gegenmaßnahmen überprüfen zu können. Außerdem geht es dem Bündnis darum, die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben sicherzustellen und den gleichberechtigten Zugang zu Bildung und Qualifikation zu ermöglichen.



