Superintendent Klaus Majoress. Foto: Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg

Ich bin Mitglied der Evangelischen Kirche, weil ich in ihr meine Heimat und viele gute Freunde gefunden habe.

Klaus Majoress, Superintendent des Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg

10.03.10, Kategorie: Aktuelle Nachrichten

Ein Mann des Gesprächs

Dr. Gerd Schimansky im Alter von 97 Jahren gestorben

Dr. Gerd Schimansky. Foto: PI

Am Freitag, 5. März, ist Dr. Gerd Schimansky, früherer Direktor des Pädagogischen Instituts der Evangelischen Kirche von Westfalen, im Alter von 97 Jahren in Villigst gestorben.

Seit 1947 wirkte Schimansky in Villigst als Studienrat und Dozent am damaligen Katechetischen Amt, von 1964 bis 1972 als Leiter des späteren Pädagogischen Instituts. Über seine pädagogische Arbeit hinaus machte er sich als Buchautor und Erzähler mit zahlreichen Romanen, Erzählungen, historischen Berichten, Jugendbüchern und Veröffentlichungen zu Lebens- und Glaubensfragen einen Namen.

Er schloss sich früh der Bekennenden Kirche an

Schimansky stammte, wiewohl 1912 in Düsseldorf geboren, aus Ostpreußen, wo er von 1914-1945 beheimatet war. Hier begegnete er als Schüler dem Dichter Ernst Wiechert und hier wurde er geprägt von der Jugendbewegung des Wandervogels. Nach dem Studium in Marburg und Wien kehrte Schimansky nach Königsberg zurück, wo er als Regierungsrat (Heeres-psychologe) und Studienrat arbeitete und sich früh der Bekennenden Kirche anschloss.

Nach Kriegsdienst und amerikanischer Gefangenschaft kam er nach Westfalen, wurde 1947 Dozent im damaligen Katechetischen Amt in Villigst, dem späteren Pädagogischen Institut, dessen Leiter er in den Aufbaujahren von 1964 bis 1972 war. In seine Zeit als Direktor fallen der Ausbau der kirchlichen Lehrerfortbildung, die Integration der Konfirmandenarbeit in die Pfarreraus- und -fortbildung, die Einrichtung von Fernstudiengängen und die Planung der Mediothek.

Mit feinem Humor und heiterer Ernsthaftigkeit

Schimansky war zugleich Lehrer und Seelsorger, ein Mann des Gesprächs - nicht der lauten Töne. Mit feinem Humor und einer heiteren Ernsthaftigkeit ausgestattet, hatte er die Gabe, jenseits der wechselnden pädagogischen Konzepte die Menschen im Auge zu behalten und sie für ihre Arbeit in Schule und Kirche zu stärken. Fest im Evangelium verankert, behandelte er Lebens- und Glaubensfragen mit großer Menschenkenntnis und in liberaler Weite.

Auch in der Zeit des Ruhestands veröffentlichte Gerd Schimansky noch zahlreiche Bücher und Schriften. Bis zuletzt war er wach am Zeitgeschehen interessiert und meldete sich in Leserbriefen regelmäßig zu Wort. Bis in die letzten Jahre hinein sah man ihn sonntags mit seiner Frau im Gottesdienst der Villigster Kirche. Das war für ihn die Kraftquelle, die ihm in einem langen Leben half, als Christ Mensch zu sein. (Hans-Martin Lübking)


 
 
 
 
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