Dittrich entschuldigt sich bei Heimkindern
Historische Aufarbeitung über die Gewalt im Johanna-Helenen-Heim als Buch erschienen

Ausschnitt aus dem Umschlag des Buches „Gewalt in der Körperbehindertenhilfe. Das Johanna-Helenen-Heim in Volmarstein von 1947 bis 1967“ Grafik: Verlag für Regionalgeschichte
Im Auftrag der Evangelischen Stiftung Volmarstein haben Professor Hans-Walter Schmuhl und Dr. Ulrike Winkler die Ereignisse im Johanna-Helenen-Heim in den 50er und 60er Jahren untersucht. Dafür haben sie viele Interviews mit betroffenen und ehemaligen Mitarbeitern geführt und bis dahin unausgewertetes Archivmaterial gesichtet.
Das Ergebnis ihrer Forschungen ist ein Buch mit dem Titel „Gewalt in der Körperbehindertenhilfe. Das Johanna-Helenen-Heim in Volmarstein von 1947 bis 1967“. Es ist eine Pionierstudie für die Behindertenhilfe in Deutschland, die jetzt der Öffentlichkeit vorgestellt
Ein dunkles Kapitel
„Mit diesem Buch wird ein dunkles Kapitel in der Geschichte unserer Evangelischen Stiftung Volmarstein aufgeschlagen", schreibt Vorstandssprecher Pfarrer Jürgen Dittrich in seinem Vorwort. Mit dem über drei Jahre währenden Prozess der Aufarbeitung sei man allmählich Schritte der Versöhnung gegangen. Insbesondere mit denjenigen ehemaligen Heimkindern, die sich vor vier Jahren in der Freien Arbeitsgruppe Johanna-Helenen-Heim als Sprecherkreis zusammen geschlossen hatten, um gemeinsam an diesem schmerzlichen Teil ihrer Lebensgeschichte zu arbeiten, so Dittrich weiter.
Er bekennt: „Ihre Berichte und Schilderungen haben uns zutiefst bewegt.“ Und er fügt an: „Für die Evangelische Stiftung Volmarstein kann ich mich auf diese Weise mit tiefem Bedauern und großer Betroffenheit dafür entschuldigen, dass Sie in der genannten Zeit Repressalien ausgesetzt waren, wie sie in der Dokumentation nachzulesen sind.“
Den beschwerlichen Weg gemeinsam gegangen
Den ehemaligen Heimkindern sprach er seinen Dank dafür aus, dass sie „den gemeinsamen, wenn auch beschwerlichen und belastenden Weg der historischen Aufarbeitung mitgegangen sind und bereit waren, ihre Erlebnisse den Historikern vertrauensvoll zu erzählen.“
Das Buch ist im Verlag für Regionalgeschichte erschienen, ISBN 978-3-89534-838-9.



